Konnte mich gestern Abend auf Kosten der bayerischen Staatsregierung einigen Gläsern Wein widmen. Das ganze nannte sich Staatsempfang im Kaisersaal der Münchener Residenz, der allen Teilnehmern des Satellite Navigation Summit zuteil wurde.
Eine Gruppe Amerikaner von Lockheed Martin war naturgemäß beeindruckt von dem 400 Jahren alten Gemäuer inklusive 400 Jahre alter Wandteppiche und Tischdecken. Zwischen Wein, Würstchen und Sauerkraut (so bewahrheiten sich Klischees) wurde eifrig über das künftige europäische Satellitennavigationssystem Galileo debattiert. Tenor nahezu aller Gespräche: Gut, das es kommt, aber Zweifel an der Idee, die ganze Sache von einem Firmenkonsortium privat betrieben zu lassen.
Überhaupt dieses Konsortium. Nach einem quälenden Findungsprozess sind inzwischen acht Unternehmen daran beteiligt. Hier in München repräsentiert allerdings nur eine Einzige, zugegeben attraktive Italierenierin mit eher rustikalen Englischkenntnissen den European Navigation Concessionaire (ECN). Die Dame räumte ein, dass schon diese kreative Namensgebung nur zustande kam, weil ja nunmal diese Konferenz ist und irgendwie musste man sich ja nennen. Dazu gibt es eine vierseitige Broschüre mit großen Bildern und wenig Text sowie der Information, dass ein Internetauftritt noch nicht zur Verfügung steht.
Das macht ja Mut für Galileo.
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