Schöner Werbespruch: “Sharewhere, anywhere”. Damit wirbt Flagr für sich, ein neues Start-Up-Unternehmen, das sich vor einigen Monaten in San Francisco gegründet hat und seit Anfang März einen neuen Dienst im Internet zur Verfügung stellt: Angemeldete Nutzer können ihre Lieblingsorte hinterlegen, die auf einer von Google Maps/Earth stammenden Karte veröffentlicht werden. Ein gewisser Shayadave aus Kalifornien hat so innerhalb kürzester Zeit 270 Orte markiert und zeigt etwa einen guten Platz zum Chill-Out am Pazifik.
Das sind Informationen, die die Welt wirklich braucht.
Der eigentliche Clou daran ist die vorerst nur in den USA vorhandene Möglichkeit, diese Plätze rein textbasiert per Mobilfunk/SMS zu melden, was natürlich voraussetzt, dass der Lieblingsplatz auch eine Postadresse hat, denn sonst wird das nur mit etwas Text schwierig (mein Lieblingsbaum…) Jedenfalls kann jeder Nutzer damit quasi in Echtzeit seinen aktuellen Aufenthaltsort vermelden, zumindest wenn dieser Ort mit Straße und Hausnummer beschreibbar ist. Wer eine Kamera am Handy hat (haben viele), kann auch gleich ein Bild mitschicken, das dann ebenfalls sofort gewissermaßen geokodiert im Netz steht.
Noch kostet ein Account bei Flagr nichts. Für Deutschland steckt das Ganze noch arg in den Kinderschuhen, nicht zuletzt deshalb, weil Google Maps ab einer bestimmten Auflösung einfach keine Karten mehr für Deutschland liefert. Da muss man dann auf die Google Earth Variante zurückgreifen. Interessanterweise liefert Flagr dann aber nicht die neuen, von Geocontent stammenden Luftbilder (ich schrieb schon im Januar darüber), die mittlerweile in Google Earth eingebunden sind (damit ist Deutschland fast flächendeckend in guter Auflösung betrachtbar), sondern die alte Version mit den Digital Globe Bildern. Das dürfte daran liegen, dass Flagr über die Webschnittstelle lediglich auf Google Maps Daten zugreift und dort sind die Geocontent-Bilder natürlich nicht eingebunden.
Fremder Senf