• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

  • Info

    Mal aus dem Nähkästchen geplaudert    

    17

    Juli
    2006
    17 Juli, 2006 von in Doofe Journaille Antworten

    Nachdem ich jetzt diesen Artikel über digitale Karten im Internet bei Spiegel-Online fand, habe ich mich nach einigem Zögern doch dazu entschlossen, folgenden, schon etwas zurückliegenden E-Mail-Schriftwechsel mit dem Wissenschaftsressort der Spiegel-Online Redaktion hier zu veröffentlichen:

    Mein Angebot vom 31. Mai 2006:

    Sehr geehrter Herr …
    ich bin freiberuflicher Journalist und möchte Ihnen einen Beitrag zum Forschungsprojekt DeCover anbieten.
    Kurzes Expose:
    Deutsche Fachbehörden von Bund und Ländern müssen für zahlreiche Zwecke regelmäßig Berichte über verschiedene Arten der Landnutzung an die Europäische Union senden. Es geht beispielsweise um Umweltschutzrichtlinien oder um die Kontrolle von landwirtschaftlichen Subventionen, deren Höhe an die Anbaufläche gekoppelt ist.
    Den Behörden fehlen dafür häufig aktuelle Daten, die sie deshalb für jeden Anlass neu erheben, entweder durch eigens erstellte Luftaufnahmen oder aufwändige Vermessungen und Kartierungen der Flächen vor Ort. Die dabei entstehenden Daten werden weder zentral gesammelt, noch mehrfach ausgewertet. Die Kosten trägt der Steuerzahler.
    Das Projekt DeCover soll dies nun ändern. Mit insgesamt drei Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium ein Verbundprojekt, an dessen Ende der Prototyp eines Datendienstes für Behörden stehen soll. Die für die Berichtspflichten notwendigen Informationen sollen dann in Form digitaler Karten einfach per Mausklick im Internet abrufbar sein. Die Basis liefern Satellitendaten, für deren Auswertung mit Blick auf den Bedarf der Behörden damit erstmals Standardverfahren festgelegt werden.
    Der Schwerpunkt des Forschungsprojektes liegt nicht darauf, neue Satellitendaten zu erzeugen, sondern vorhandene Datenbestände in eine “Informations-Infrastruktur” zu bringen
    An DeCover sind zehn deutsche Unternehmen und die Universität Hannover beteiligt.
    Ich habe bereits zu dem Thema recherchiert, bin in Kontakt mit den Verantwortlichen und kann innerhalb kurzer Frist einen Beitrag in jeder gewünschten Länge liefern.
    Mit freundlichen Grüßen

    Antwort der Redaktion am 21. Juni 2006 (sinngemäß):

    Vielen Dank für das angebotene Thema und entschuldigen Sie die späte Rückmeldung, aber das Thema ist uns doch zu speziell, da es ja in erster Linie um Prozesse innerhalb von Behörden geht.
    Mit freundlichen Grüßen

    Darauf meine Antwort am gleichen Tag:

    Sehr geehrter Herr xxx,
    Sie haben messerscharf erkannt, das es sich bei dem angebotenen Beitrag über das Projekt DeCover in der Tat um Prozesse innerhalb von Behörden handelt. Allerdings bin ich anders als Sie der Auffassung, das dies durchaus von allgemeinem Interesse ist, da es am Ende um Anwendungen geht, von denen Bürger und Wirtschaft profitieren (oder eben nicht). Wäre ich nicht dieser Ansicht, hätte ich Ihnen das Thema gar nicht erst vorgeschlagen.
    Aber seis drum, vielleicht ist dies Thema in Ihren Augen eher von allgemeinem Interesse: Eine Historie der Satellitennavigation, angefangen von den den ersten Funk-Peilversuchen Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Projekt Galileo. Ein solcher Beitrag wäre deshalb interessant, weil er zeigen könnte, dass auch das US-System GPS lange in den bürokratischen Feinheiten der US-Armee feststeckte und Galileo dagegen bei aller Kritik und Diskussion über die Finanzierung geradezu schnell und billig vorankommt…
    Mit freundlichen Grüßen

    Umgehende Reaktion des Redakteurs:

    Sehr geehrter ….,
    mit Verlaub: Welche Themen für uns interessant sind, entscheiden immer noch wir. Wenn ich einen Themenvorschlag ablehne und mir darüber hinaus die Zeit nehme, einem mir unbekannten Autoren meine Entscheidung zu erklären – was ich keinesfalls muss-, ist das ein freundlicher Zug meinerseits. Ich denke nicht, dass ich mich im Gegenzug von Ihnen darüber belehren lassen muss, wie man Themen auswählt.
    Vielmehr zeigen mir Ihr erster wie jetzt auch Ihr zweiter Themenvorschlag, dass Sie kaum eine Ahnung haben, welche Art von Texten für ein Nachrichtenmedium wie SPIEGEL ONLINE geeignet sind. Bis Sie diesen Zustand behoben haben, möchte ich Sie bitten, von weiteren Vorschlägen dieser Art abzusehen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Meine Reaktion darauf:

    Sehr geehrter Herr xxx,
    ich hatte zu keinem Zeitpunkt vor, Sie über etwas zu belehren und selbstverständlich entscheiden Sie, welche Themen für Ihr Medium von Interesse sind. (Wie denn auch anders?)
    Das heißt aber nicht, dass man als Ihnen unbekannter Autor Ihre Entscheidungen automatisch richtig finden muss und deshalb sofort jede Kompetenz abgesprochen bekommt sowie E-Mails erhält, die an der Grenze der persönlichen Beleidigung entlangschrammen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Seitdem ist (erwartungsgemäß) Funkstille.
    Ist es wirklich schon anmaßend, einem Reakteur auf gleicher Augenhöhe zu begegnen und dabei seine Meinung nicht zu teilen?


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