Eigentlich wollte ich noch eine schlaue Zusammenfassung zum Kompetenzforum Geomarketing schreiben. Stattdessen führte ich heute gegen 06:15 eine kurze Diskussion mit dem Notarzt über den besten Zeitpunkt, um die zehn Euro Notarzt-Praxis-Gebühr zu begleichen. Ich, mit schmerzendem großen Zeh/Fuß humpelnd, sollte zunächt mal den Zehner auf den Tisch legen. Ich regte an, doch zuvor den Fuß zu begutachten, woraufhin sich die Situation spontan anspannte. Das Groteske daran war der Vorwurf des Arztes, dass müsse er so verstehen, dass ich seinen Willen bezweifle, mich zu behandeln. Ich hab mir die Bemerkung verkniffen, dass er offenbar bezweifle, dass ich die zehn Euro zahlen wolle, denn in jedem anderen Geschäft gilt: erst Leistung, dann Rechnung. Nur Arztpraxen sind in dieser Hinsicht wie ebay (wo ich übrigens wegen der üblichen Vorkasse auch kaum noch etwas kaufe.)
Später entpuppte sich der Arzt als sympathischer Erklärbär, der mir genauestens erläuterte, wieso mein Zeh/Fuß ohne jede äußere Ursache (“Trauma”) plötzlich “viehisch wehtut” (Orginalton Notarzt): Vermutlich ein Gichtanfall (!), weil zu viel Harnsäue im Blut, (wegen Fleisch, Wein,Weib, Gesang, sie wissen schon…). Er spritzte Diclofenac und überwies mich zum Hausarzt zwecks Kontrolle der Blutwerte (macht wohl nochmal Zehn Euro, aber die Gesundheit ist einem ja lieb und teuer). Ich meine mich übrigens zu erinnern, dass in dieser Hausarztpraxis schonmal eine kleine Frau vor mir saß, die so Tat, als sei sie Ärztin und von hohen Harnwerten redete, um dann ultimativ weitere Untersuchungen einzufordern, denen ich natürlich nicht nachkam.
Das wird jetzt vermutlich lange Medikamentengaben und eine kleine, unbedeutende Ernährungsumstellung nach sich ziehen.
Nunja, Leben ist Veränderung.
Fremder Senf