Das ist ja mal eine interessante Theorie: Nach einem Bericht der Thüringer Allgemeinen trägt das Global Positioning System (GPS) der USA am Stromausfall in halb Europa die Schuld. Danach werden die Signale des amerikanischen Satellitennavigationssystem genutzt, um die Steuerung länderübgreifende Stromnetze zeitlich zu synchronisieren. (Diesen Aspekt von Satellitennavigation habe ich ja erst kürzlich im Zusammenhang mit dem Galileo Master vorgestellt.) Und am Samstag Abend sei das GPS vielleicht mal kurz ausgefallen.
Das könnte man prüfen. Entsprechende Anfragen nimmt die fürs GPS verantwortliche Einheit der US-Küstenwache entgegen. Da kann man über ein Online-Formular Fehlermeldungen über das GPS loswerden und die Jungs melden sich sogar zurück. Über den Status, sowie Ausfälle und Ungenauigkeiten informiert die Schriever Airforce Base in Colorado Springs. Sie hostet für die Küstenwache das so genannte “GPS Operation Center“. Hier gibt es Weltkarten mit Angaben zur Abweichung für jede Region zu jedem Zeitpunkt, natürlich ohne Berücksichtigung lokaler Einflüsse (Wald, Schlucht etc..) und athmosphärischer Störungen.
Ich hätte da auch ganz persönlich einen Prüfaufrag loszuwerden. Bei einer meiner jüngsten Geocaching-Touren am Sonntag (ein Tag nach dem Stromausfall) hat das GPS-Gerät meine aktuelle Position im Minutentakt in einem Sieben-Kilometer Radius springen lassen. Das könnte sogar für die Theorie der Thüringer Allgemeinen sprechen.
Fremder Senf