Längere Autobahnfahrten haben ja ihre ganz eigene Atmosphäre, Das gilt vor allem dann, wenn einfach mal nix ist. So wie heute von Köln nach Mainz: keine Störung, kein Stau, einfach mal fahren. Das einzige, das mir auffiel waren jede Menge Busse mit einem Schild im Rückfenster: “Wir demonstrieren für Ihre Gesundheit und unsere Arbeitsplätze”, geschmückt von dem bekannten Apotheken-A. Ich würde sagen, da demonstriert jemand für seine Privilegien, aber ich hatte viel zu gute Laune, um darüber tiefer nachzudenken.
Das lag auch den wechselnden Radiosendern bei einer Fahrt durch drei Bundesländer. Nicht, dass die sich groß unterscheiden in ihrer ewigen Versicherung, nur das beste von heute und früher zu spielen und sich zutrauen, doch mal des beste von morgen zu spielen, was Radiosender früher bisweilen gemacht haben. Aber was solls, zumal das beste von heute häufig auch von gestern ist. Zum Beispiel Meat Loaf; jetzt neu Bat out of Hell 3 mit der Single-Auskopplung eines 17 Jahre alten Stückes aus einem längst vergessenen Jim Steinmann Studio-Projekt, dass 1996 mit Celine Dion ein mittlerer Hit war. Ich finde es übrigens toll, habe es also auf der Fahrt lautstark genossen.
Ein Sender weiter erfreute mich dann Cat Stevens, der seit geraumer Zeit als Yusuf Islam firmiert. Dessen neue CD (nach 28 Jahren künstlerischer Auszeit, aber wat mut dat mut) endet mir einem wunderbaren kleinen Musikstück, dass Herr Stevens nach eigenem Bekunden seit 1968 in der Schublade liegen hatte. Und so klingt es auch; nämlich richtig schön. Ich kann die ganzen Leute nicht verstehen, die sich über die schwer erträglichen Texte und die schmalzige Musik aufregen. Das war doch bei Cat Stevens schon immer so und mir gefällts. Also, Radio laut und mit “Heaven” in den Sonnenuntergang über Mainz.
Bei der Gelegenheit: Eigentlich könnte Barclay James Harvest mal eine neue CD rausbringen…
Ein Kommentar über Musik bis Mainz