Nur gut, das es diesen Qualitätsjournalismus noch gibt, der sich durch die journalistische Kompetenz so wohltuend von diesen schmierfinkigen Bloggern unterscheidet, die sich zum Teil lediglich einige Jahre mit ihren Fachgebieten befasst haben und jetzt meinen, einfach darüber schreiben zu können. So an Zeitungen und Verlagen vorbei, ohne Redaktion. Wo kommen wir da auch hin?
Zum Beispiel diese Meldung. Angeblich konnten ein paar Einbrecher geschnappt werden, weil einige der von ihnen erbeuteten GPS-Systeme auf “on” geschaltet waren. Die “dummen Diebe” dachten es seien Handys. Aber so konnten sie per Satellit geortet werden. Tja, da schauen so Diebe aber dumm aus der Wäsche, wenn sie das Gerät noch in der Hand halten, während die findige Polizei schon die Tür eintritt.
Schade, dass man GPS Geräte in Wirklichkeit nicht per Satellit orten kann, Handys über die Funkzelle aber schon. Auch GPS-Geräte mit GSM-Modul, wie sie beispielsweise bei Geldtransportern verwendet werden, lassen sich durch Dritte orten. Könnte sich also um solche Teile gehandelt haben und nicht um handelsübliche Navis wie das verwendete Foto suggeriert. Zum Glück steht ganz am Ende der Meldung noch der Hinweis “Symbolfoto”. Daraus kann entnehmen das Bild und Text in keiner Beziehung zueinander stehen, wie das im Qualitäsjournalismus ja üblich ist.
Vermutlich handelt es sich überhaupt um Teil einer längeren investigativen Story, die ein bislang geheimes militärisches Feature des GPS enthüllt: Man kann jetzt doch jedes einzelne der wenigen Millionen Geräte per Satellit zurückverfolgen.
Denn das im echten Journalismus und nicht in irgendwelchen Blogs einfach ungeprüft so ein Mist geschrieben wird, kann man sich ja gar nicht vorstellen.
Fremder Senf