Die Dortmunder ProDV Software AG mischt nach eigenen Angaben beim Aufbau von GMES-Diensten mit. Das ist einerseits überaschend, andererseits auch wieder nicht…
Zum Hintergrund: GMES gilt neben dem Satellitennavigationssystem Galileo als zweites großes Raumfahrtprojekt der Europäischen Union. Das Kürzel steht für Global Monitoring for Enviornment and Security, also etwa: Globale Überwachung für Umweltschutz und Sicherheit. Dahinter verbirgt sich die Idee, jeweils aktuelle Satellitendaten zu nutzen, um beispielswiese großflächige Waldbrände und Überschwemmungen zu bekämpfen oder die Einhaltung des Kyoto-Protokolls zu überwachen oder Meeresverschmutzungen und ihre Verursacher zu identifizieren. Deshalb ist der Name ProDV an dieser Stelle überraschend, denn mit Satellitendatenauswertungen und ähnlichem ist das Unternehmen bislang nicht aufgefallen.
Aber: Um die Daten für die vorgesehenen Zwecke zu nutzen, müssen sie aktuell und vor allem den jeweils zuständigen Behörden vor Ort leicht zugänglich sein, am besten über internetbasierte Dienste. Neuste Bilder der örtlichen Katastrophenlage aus dem All per Mausklick sozusagen. Und der Aufbau von Datendiensten im Rahmen des Katatrophenschutzes ist wiederum etwas, mit dem ProDV ein wenig Erfahrung hat. Insofern ist der Name in diesem Zusammenhang nun wieder gar nicht überraschend.
Ich werte die Mitteilung mal als Beleg dafür, dass sich die seltsamen, vermutlich milieu- und kulturbedingten Grenzen zwischen den Geodatenwelten des Katasterwesens und der Fernerkundung ganz langsam auflösen.
Fremder Senf