Neben GPS, Galileo und Glonass soll nun auch Compass treten. Nach einem Bericht des britischen Magazins “The Inquirer” sowie der “Financial Times Deutschland” bauen die Chinesen eifrig an einer Konkurrenz vor allem zum geplanten europäischen System. Die FTD will sogar wissen, dass China 30 Atomuhren in der Schweiz bestellt hat. (Das wirft bei mir ja immer die Frage auf, wie man sich so etwas praktisch vorstellen darf: Geht da so ein Chinese in Zürich zum Uhrmacher und fragt nach 30 Atomuhren, oder wie ist das?)
Aber mal ehrlich: Nichts genaues weiß man nicht. Der Chinese ist bekanntlich verschlagen und verschwiegen und 30 Atomuhren muss man ja auch erstmal in 30 Satelliten kriegen. Diese Uhren sind ja trotz aller Miniaturisierung immer noch etwas unhandlich und im übrigen schüttelt es so einen Satelliten beim Start ganz gut durch, weswegen alle Komponenten zuvor gehörige Rütteltest durchlaufen. Und wenn dann mal eine Uhr ausfällt ist das mit dem Kundenservice in der Umlaufbahn auch so eine Sache. Was ich sagen will: 30 Atomuhren gleich 30 Navigationssatelliten gleich chinesisches System ist etwas kurz gedacht. So trivial ist das mit der Satellitennavigation auch wieder nicht. Die Europäer planen zum Beispiel gleich vier Atomuhren für jeden Satelliten plus drei Ersatzsatelliten im Orbit.
Dass die Chinesen auf das langwierige europäische Gerangel bei Galileo, wo sie ja offiziell immer noch als Partner laufen, keine Lust mehr haben und lieber ein eigenes System wollen, kann ich mir aber gut vorstellen. Wo doch deutsche Unternehmen immer so schön die schnellen Entscheidungen der Behörden in China loben – bevor sie unter Verlust ihrer Patente wieder nach Deutschland kommen.
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