Der klassische Vorführeffekt: Bei einer Live-Präsentation von Internet-Anwendungen zeigte sich das Netz mal wieder von seiner schlechtesten Seite, nämlich gar nicht. Der Rahmen war ein Workshop im Forschungszentrum Caesar zum Aufbau eines regionalen Mappingportals der Geoinformationsinitiative Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, das gewissermaßen als Showcase des örtlichen Branchenclusters Geoinformation dienen soll. Man hatte mich gebeten, ein so genanntes Impulsreferat zu halten. Meine Idee dazu: Ich präsentiere der versammelten Kompetenz aus Unternehmen, Forschung und Kommune einfach ein paar Dinge des vielzitierten Web 2.0 – User Generated Content, Mashups, Tagging usw. – um deutlich zu machen, wohin sich das Internet seit geraumer Zeit bewegt, und was Nutzer von einer Mapping-Anwendung erwarten können.
Es nützt ja nichts, wenn sich die Branche technologisch hochgezüchtet im Netz präsentiert, dabei aber stets hinter der Nutzerfreundlichkeit zahlreicher Google Maps Anwendungen zurückbleibt. Auch die einfachen Möglichkeiten der Nutzer, eigene Informationen in den Karten zu hinterlassen, erschienen mir mitteilenswert, denn interessanterweise sind all diese Anwendungen bei den Experten wenig bekannt und werden ob ihrer Einfachheit zumeist auch etwas belächelt. Dabei halte ich gerade dies für einen Erfolgsfaktor.
Als Beispiel hatte ich unter anderem WalkJogRun ausgesucht, dort kann jedermann seine bevorzugten Joggingrouten hinterlegen und so entsteht nach und nach eine Sammlung schöner Laufrunden. Aber im entscheidenden Moment versagte die Technik. Die Seite wollte sich nicht zeigen und ein eilends herbeigerufener Techniker konnte auch nicht entdecken, warum man meinen Rechner aus dem Netz geworfen hatte. Es stellte sich späer heraus, dass die zumindest nicht die örtliche Technik versagt hatte, sondern genau für die Dauer meiner Präsentation der Server von WalkJogRun zusammengebrochen war. Verflixte Zufälle.
Fremder Senf