Da hat Professor Manfred Ehlers als Verantwortlicher der GI-Tage Nord – die Geoinformatik Konferenz in Hannover am 28. und 29. März – ja eine illustre Gästeschar aus Übersee versammeln können. Gleich dem kompletten Mittwoch vormittag bestreiten drei oder je nach Lesart vier US-Forscher unter der Überschrift “Digital Earth Initiativen”. Den Anfang macht Dr. Timothy Foresman vom International Center for Remote Sensing Education in Baltimore. Foresman selbst ist im Juni Gastgeber des fünften “International Symposium on Digital Earth” zu dem er bereits fleißig bloggt. Als langjähriger Mitarbeiter des UN-Umweltprogramms UNEP wird er sicher interessante Beispiele für die Anwendung digitaler Erdmodelle liefern. Ebenfalls grundsolide und politisch korrekt dürften auch die Einlassungen von Professor Nickolas Faust vom Georgia Tech Center for GIS in Atlanta sein.
Deutlich spannendere Ausführungen sollte hingegen Professor Dr. Franz Leberl beisteuern. Je nach Lesart geht der Mann als Österreicher oder Amerikaner durch. Er ist Professort in Graz, aber eben auch Gründer der US-Firma Vexcel, die erst kürzlich von Microsoft gekauft wurde, um das entsprechende Know-how für den Aufbau des Virtual Earth Angebots zu erlangen.
Der mit Sicherheit bunteste Vogel an diesem Vormittag dürfte jedoch Dr. Joseph Firmage aus Scotts Valley sein. Schon der Titel seines Vortrags “Digital Universe: a new metaphor for knowledge access” klingt ein bisschen wolkig. Firmage ist ein in der New Economy reich gewordener Internetunternehmer, der Ende der 90er Jahre von sich reden machte, als er verkündete, Außerirdische getroffen zu haben. Auch vertritt er die Meinung, zahlreiche technische Entwicklungen gründeten sich auf außerirdische Technologien, die auf die Erde gelangt seien, Stichwort Roswell und so. Momentan kümmert er sich vor allem um ManyOne, eine Stiftung, die an dem Internet von morgen bastelt, in dem – das ist überraschend – eine virtuelle Erde als Bindeglied aller Informationen eine entscheidende Rolle spielen soll. Firmage nennt dies “Digital Universe” und hält auf seiner Website zwei kleine Filmchen (hier und hier) bereit, die die Idee zum Teil recht spektakulär illustrieren.
Ich finde zwar, ManyOne hat ein bißchen was Religiöses, aber spannnend sollte es damit in Hannover werden.
Und mal schauen, welche Software Firmage als Ergebnis außerdischen Einflusses klassifiziert. Ich hätte da ein paar Vorschläge, denn manches von dem, was die Rechner einem zumuten, ist mit normalen Menschenverstand nun wirklich nicht mehr zu begreifen..
Fremder Senf