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    “Reservoir begrenzt, aber nicht erschöpft”    

    18

    März
    2007

    Die Auseinandersetzungen um Galileo bleiben spannend. Presseberichten zufolge haben die Spanier die Schuld, weil sie das Vertragswerk für das europäische Satellitennavigationssystem blockieren, was die Spanier natürlich von sich weisen. In jedem Fall will die EU jetzt Druck machen und hat den Unternehmen ein Ultimatum gesetzt, bis 10. Mai endlich arbeitsfähige Strukturen vorzuweisen. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat in seiner Funktion als Präsident des EU-Verkehrsministerrates sogar angekündigt, man werde sich andernfalls “industrielle Alternativen” suchen. Wo die herkommen sollen, sagt er allerdings nicht, den eigentlich sind an dem vor allem politisch gewünschten Konzessionärs-Konsortium alle Unternehmen beteiligt, die so ein Projekt stemmen könnten. Tiefensee selbst sagt, das Reservoir in Frage kommender Firmen sei “begrenzt, aber nicht ausgeschöpft.”

    Vielleicht sollte man an dieser Stelle noch mal an den Start der Galileo Ausschreibung im Jahr 2003 erinnern. Da gab es ein Konsortium, unter Führung der Bremer OHB-Technology, die ein Konzept für Galileo unterbreitet haben, das schon im Vorfeld aussortiert wurde. Ich erhielt dazu mal die Auskunft, man habe bezweifelt, das OHB die finanziellen Risiken von Galileo schultern könnte. Offenbar hatte man in Brüssel kein Vertrauen in den deutschen Mittelstand. Dabei war und ist OHB-Technology an dem Betrieb des Satellitendienstes Orbcomm beteiligt, der weltweit Datendienste vermarktet, die ein System von 30 Satelliten und 13 Bodenstationen liefern. Klingelts da? Von allen Unternehmen, die sich seinerzeit um die Konzession bewarben, war OHB-Technology jedenfals das einzige mit Erfahrungen im täglichen Betrieb eines Satellitensystemes für Datendienste. Alle anderen Bewerber hatten bis dahin lediglich Komponenten für so etwas zusammengeschraubt.

    Aber OHB ist eben kein europäischer Konzern wie EADS, dessen vorausschauendes Management für langfristige, innovative und zukunftsträchtige Entscheidungen in der Luftfahrtindustrie berühmt ist, sondern lediglich ein Bremer Unternehmen, das nach biederen hanseatischen Kaufmannsregeln geführt wird. Warum EADS gerade von einer Krise in die nächste schlittert, während die Bremer Krämerseelen die MAN Technologis AG (jetzt MT Aerospace) übernehmen und mit rund 800 Mitarbeitern rund 20 Millionen Euro Gewinn einfahren und auch noch das Satellitenaufklärungs- system der Bundeswehr bauen und (mit)betreiben werden, kann ich mir jetzt auch grad nicht erklären.


    Ein Kommentar über “Reservoir begrenzt, aber nicht erschöpft”

    1. Pingback Astrium im Schlamassel – OHB baut Galileo - Geografitti - nicht nur Geografisches

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