Zwei Tage CeBIT sind ja wie eine Woche normales Arbeitsleben. Und dann war da noch diese Bahn-Rückfahrt mit über zwei Stunden Verspätung wegen eines “Personenschadens auf der Strecke” wie es die Bahn euphemistisch nennt. Das alles schlaucht.
Trotzdem war es mal wieder interessant, doch, doch. Und die Halle 11 hat sich noch stärker als im Vorjahr zum Zentrum für die Themen Telematik und Navigation entwickelt. Zu beobachten ist hier zudem eine stärkere Entwicklung in Richtung Business. Wurden im vorigen Jahr an den Ecken der Messestände noch Geräte in bester Straßenverkäufermanier angepriesen, standen in diesem Jahr Daten, Dienste und Lösungen für die Bereiche Logistik viel stärker im Vordergrund. Und auch die Messeauftritte der eher aufs Massenpublikum zielenden Unternehmen wie Garmin und Tomtom waren weniger laut und marktschreierisch als noch 2006. Gleichwohl gab es natürlich ein paar Geräteneuheiten zu bestaunen.
Mein persönliches Highlight: Das CrossoverGPS von Magellan, erst seit gut einer Woche auf dem Markt. Das Teil ist Autonavigation und Outdoor-Gerät in einem, sprich: Es bietet alle notwendigen Funktionen fürs Auto (Routenplanung, Sprachausgabe, Straßennetz für Deutschland, Österreich, Schweiz, POI, automatische Neuberechung der Route bei Wegänderung usw.) und ebenso die Dinge, die der Wanderer und Geocacher braucht (Tracking, Koordinaten Ein- und Ausgabe, Wegpunktverwaltung, wasserdicht, etc.). Verfügbar sind neben den Straßendaten dementsprechend topografische Karten 1:50.000 (proprietär), natürlich ein GPS-Chip jüngster Bauart mit sehr guten Empfangseigenschaften (Sirf III), und mit 20 Empfangskanälen (für – theoretisch – 20 Satelliten) ist das Gerät für einen Nicht-Profi-Empfänger überdurchschittlich gut ausgestattet. Standard sind da immer noch 16 Kanäle.
Man hat mir versprochen, das ich das Teil demnächst über einen längeren Zeitraum testen darf, aber im Moment gebe es Lieferschwierigkeiten. Dann werde ich über die Erfahrungen im Geocacher-Alltag berichten können und so wichtige Dinge wie die (reale) Akkulaufzeit in Erfahrung bringen, denn mit Austauschakku oder gar Batterien ist mal wieder nix. Dafür verspricht der Hersteller acht Stunden Laufzeit. Und ob das Gerät Projektionen erlaubt und wieviel Koordiantensysteme es anbietet, weiß ich auch noch nicht. Und ob das eigentümliche Format eines Autonavis zu Fuß praktisch ist, muss sich auch noch erweisen. Aber eines konnte ich schon in Erfahrung bringen: Die Berechnung der Position für die Straßennavigation und im Outdoor-Einsatz wird von zwei komplett getrennten Systemen berechnet. Die Position des eigenens Autos wird also imer schön auf die Straße projiziert und der gesuchten Koordinate im Wald darf man sich vermutlich magellantypisch im Bienentanz nähern.
Auf den Test des Crossover warte ich noch immer