Das geheimnisvolle Navi…

23. April 2007 | Von ttm | Rubrik: Geografen besichtigen die Realität, Satelliten weisen den Weg

Solche Pressemitteilungen (PDF) irritieren mich immer ungemein:

“Landesvermessungsamt NRW und VDV (Verband Deutscher Vermessungsingenieure) vereinbaren enge Zusammenarbeit zur Nutzung amtlicher Geobasisdaten.”

Haben die denn bislang gegeneinander gearbeitet? Hmm.. zumindest nicht so eng, wie man es erwarten dürfte. Wenn man genauer nachliest, findet man heraus, dass der Geschäftsführer des Landesvermessungsamtes, Dipl.-Ing. Heinz Brüggemann, und der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) – Landesverbandes NRW, Dipl.-Ing. Karsten Muth, einen „Letter of Intent“ – also eine Absichtserklärung – unterschrieben haben, um gemeinsame Aktivitäten zur Verbreitung neuer Produkte und Dienstleistungen auf Grundlage der amtlichen Geobasisdaten zu entwickeln.

Was soll das? Wieso erklärt man großartig die Absicht “neue Produkte und Dienstleistungen auf Grundlage der amtlichen Geobasisdaten” zu entwickeln, an statt es einfach zu tun? Könnte es sein, dass Absichtserklärungen etwas dünne sind, angesicht des Treibens von Google, Microsoft und anderen, die sich unter anderem das Feld der webbasierten Geodatenservices ausgesucht haben, um ihre globale Konkurrenzschlacht zu schlagen?

Und was sollen das für Produkte sein? Noch mal ein Blick in die PM:

„Die oft lästige Suche nach einem freien Parkplatz in einer fremden Stadt oder ein unnötiger Umweg auf der Suche nach dem nächsten Restaurant können mit Hilfe dieser Dienste schon bald der Vergangenheit angehören.“

Das meinen die doch wohl nicht ernst! Hallo?!

Es gibt da so kleine Geräte mit Bildschirm in inzwischen fast jedem Elektroladen, die heißen im Volksmund Navi und weisen abhängig von Modell und Preisklasse eigentlich recht gut den Weg zum nächsten Restaurant oder Parkplatz. Doch, doch, das geht schon, ich hab auch so ein Teil, nee wirklich, da ist so ein Knopf mit “P” drauf und dann sagt so eine freundliche Frauenstimme, wie ich zu einem Parkplatz komme. Und Restaurants kennt das Ding auch. Und jetzt der Hammer: Sogar Tankstellen!! Und angbelich auch noch Bahnhöfe und touristische Attraktionen, aber das hab ich noch nicht ausprobiert, könnte also gelogen sein. Wer weiß, was diese Hersteller einem so erzählen, sind ja schließlich keine amtlichen Geobasisdaten da drin, nicht wahr?

Ein Kommentar
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  1. Ich befürchte die meinen das wirklich ernst. Ein klassisches Beispiel für BtoN (Business to nobody) was die da Vorhaben. Meine hart erarbeiteten Steuergelder. Weg für nix.

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