Bibliothekslogik

24. April 2007 | Von ttm | Rubrik: Am Wegesrand

Offenbar wurde ich in meinem Studium in Oldenburg verwöhnt, zumindest bibliothekstechnisch. Da war das nämlich so, dass die Bücher in einer Bibliothek standen und dort auch problemlos von mir als Besucher benutzt werden konnten.
Dass Bibliotheken so funktionieren ist aber offenbar die Ausnahme, wie mir schon zu Studienzeiten ehemaligen Mitschüler versicherten, die es an andere Lehranstalten und Studienorte verschlagen hatte. An der Universitäts- und Landesbibilothek Düsseldorf konnte ich das heute dank eines inhaltlich anspruchsvollen Auftrags für einen Fachbuchbeitrag dann auch mal mit eigenen Augen begutachten.

Bewaffnet mit einer zuvor recherchierten Literaturliste enterte ich den 70er-bis-80er-Jahre Zweckbaukomplex der Heinrich-Heine-Universität und musste sogleich feststellen, dass es nicht eine Bibliothek gibt, sondern eine Haupt- und zahlreiche Fachbereichsbibliotheken. Das heißt, die Literatursuche wurde zur Wanderung über den Campus, weil sich die Bücher meiner Lista natürlich frei über das Uni-Gelände verteilten.

Außerdem unterscheiden sowohl Zentral- als auch die Fachbereichs- bibliotheken noch zwischen so genannten Präsenzbibliotheken, in denen die Bücher eben präsent und für mich zugänglich sind und Magazinen, für deren Inhalt es einer Bestellung bedarf. Nunja, das ist nicht so kompliziert, man füllt ein kleines Formular aus und nach einer guten Stunden werden einem die Bücher ausgehändigt, falls sie nicht ausgeliehen sind. Denn es gibt ausleihbare und nicht ausleihbare Bestände. Allerdings finden sich diese sowohl in den Magazinen, wie auch in den Präsenzbibilotheken. Was für eine Logik ist das denn bitte? Nicht ausleihbare Bücher in den Magazinen und den Rest frei zugänglich, könnte ich ja noch halbwegs nachvollziehen. Aber so ist die Verwirrung komplett.

Und das geht offenbar nicht nur mir so. Irgendwann fragte mich ein Student zwischen den Bücherregalen ganz unvermittelt, ob ich zufällig an den Signaturen erkennen könnte, welche der Bücher wohl ausleihbar seien.

„Die mit den geraden Ziffern“, hab ich mal ganz souverän behauptet. Wenn der mich schon sietzt..

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