Nahezu gleichlautend (weil alle die gleiche Quelle Financial Times Deutschland nutzen) berichten unter anderem Manager-Magazin, Wirtschaftswoche, Volksstimme oder das Hamburger Abendblatt, dass das Galileo-Betreiber Konsortium (nicht zu verwechseln mit dem Europen Satellite Navgation Konsortium) eine von der EU gesetzte Frist, bis zum 10. Mai arbeitsfähige Strukturen vorzuweisen, verstreichen lassen wird.
Aus dem Public Private Partnership bei Aufbau und Betrieb eines europäschen Satellitennavigationssystems wird wohl nichts. Die Unternehmen sind offenbar nicht bereit, die mit dem Projekt verbundenen Finanz- und Haftungsrisiken einzugehen. Eigentlich wurden sie ja von Anfang an zum Jagen getragen.
Damit wird Galileo das, was GPS oder Glonass auch sind: Eine rein staatliche Veranstaltung. Die ESA dürfte schon in den Startlöchern stehen , das Projekt zu übernehmen. Bezeichnend für mich: In der Berichterstattung liegt der Fokus fast nur auf dem finanziellen Aspekt (“Galileo wird teurer”). Dabei wird übersehen, was Galileo eben auch ist: Das erste Stückchen Infrastruktur, das sich die EU selber zulegt, das nicht mehr einem einzelnen EU-Mitglied gehört. Und weil das so ist, gibt es soviel Gerangel und Geburtswehen.
Das war bei GPS und Glonass auch nicht anders, wie ich an dieser Stelle schon mal ausführte. Da hab ich auch erklärt, warum ich Galileo immer noch für billig halte.
Fremder Senf