Diese zwei Dinge haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Da ist zum einen der Beschluss 060426 Top 6-1-4a des Interministeriellen Ausschusses für das Geoinformationswesen des Bundes (Imagi) vom 26 April 2006. Thema: Musterbedingungen für die Abgabe von Geodaten des Bundes vom 26 April 2006:
- Der Entwurf der “Rahmenrichtlinie Entgelte und Abgabebedingungen für Geodaten” wird von den “Musterbedingungen für die Abgabe von Geodaten des Bundes” abgelöst.
- Stellen des Bundes, die Geodaten bereitstellen, sollen ihre Bereitstellungskonditionen an den Empfehlungen der Musterbedingungen ausrichten.
- Ziel der Musterbedingungen ist eine Vereinheitlichung der Abgabebedingungen für Geodaten im Interesse einer für den Nutzer transparenten, allgemeingültigen Bereitstellungspolitik für Geodaten des Bundes. Der ressortspezifische Gestaltungsspielraum für die quantitative Festsetzung von Entgelten bleibt unberührt.
- Die Ressortvertreter im IMAGI werden gebeten, in Zusammenarbeit mit der IMAGI Geschäfts- und Koordinierungsstelle betroffene Einrichtungen zu identifizieren und auf die Anwendung der “Musterbedingungen” hinzuwirken. Über die Ergebnisse soll dem IMAGI auf der nächsten Sitzung berichtet werden.
Und da ist zum zweiten die Pressemmitteilung der Webseite kinderflohmaerkte.de, die Flohmarkttermine mit Kartenndaten verbunden zu haben:
“Seit dem 31. Januar 2007 ist jeder einzelne der derzeit über 700 bundesweiten Termine aus über 100 deutschen Städten mit Google Maps™ – dem Stadtplan- und Satellitenbilder-Dienst von Google™ – verknüpft. Ein Klick auf den Link »Stadtplan« auf einer der entsprechenden Terminkarten genügt, und es öffnet sich in einem neuen Fenster die exakte Position der Veranstaltungsstätte in einem Stadtplan.”
Im Zusammenhang illustrieren beide Nachrichten beispielhaft eine Realität: Während die Besitzer der amtlichen Daten seit einigen Jahren bei ihrer Diskussion zu Abgabebedingungen von Geodaten einfach nicht zu Potte kommen, stellen private Anbieter mittlerweile flächendeckend Daten und simpel zu handhabende Schnittstellen zur Verfügung, um einfachen Ansprüchen wie beim Beispiel der Kinderflohmärkte zu lösen. Anders gesagt: Den Behörden, Ausschüssen und Bund-Länder-Gremien zu diesem Thema läuft die Zeit davon. Und wenn die nicht aufpassen, haben sie zwar in ein paar Jahren fein abgestimmte, unter Umständen sogar praktikable Abgaberegelungen, nur braucht dann niemand mehr ihre Daten, weil inzwischen private Anbieter die Nachfrage vollständig abdecken. Das ist in einigen Bereichen (Navigation, Luftbilder, teilweise Geländemodelle) schon heute der Fall.
Fremder Senf