• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

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    Studie entdeckt Sparpotenzial    

    21

    Juni
    2007

    Warum dem gesunden Menschenverstand vertrauen, wenn man auch eine teure Studie in Auftrag geben kann? Fünf Kommunen rund um Münster wollten herausfinden, ob es günstiger wird, wenn sie zum Beispiel in der Vermessungsverwaltung zusammen arbeiten. Das unerwartete und überraschene Ergebnis einer Micus-Studie: Ja, es wird günstiger. Die dazugehörige Pressemitteilung (PDF) formuliert es für die Verantwortlichen plastisch und einfach:

    “Je mehr Kommunen an einer solchen Kooperation teilnehmen, desto mehr kann gespart werden. Wenn z.B. fünf statt drei Kommunen kooperieren, um ein gemeinsames Informationssystem für ihre Geodaten (ALKIS) einzuführen, würde sich das Einsparpotenzial laut Studie mehr als verdreifachen.”

    Hmm….denken wir mal weiter. Ob man wohl noch mehr spart, wenn, sagen wir mal, sechs Kommunen ein gemeinsames Informationssystem mit gemeinsamen Standards einführen? Oder sieben? Oder acht? Oder 54?

    Konsequent und vielleicht noch billiger wäre es dann, das Thema Geobasisdaten überhaupt nicht den Kommunen zu überlassen, sondern Standards zentral im Land vorzuschreiben. Aber wieso eigentlich an den Ländergrenzen die Zusammenarbeit stoppen? Vielleicht ist es auch billiger, wenn die Länder kooperieren? Und da die sich damit so schwertun, wäre es vermutlich am allerbilligsten, es gäbe ein Bundesgesetz, das einheitliche Vorgaben für alle Länder macht und sich dabei sowieso an die jüngst in INSPIRE festgelegten Regeln der EU halten muss.

    Aber so ist die (Kataster)-Welt nicht. Schon gar nicht in Nordrhein-Westfalen, hier kann jedes kommunale Katasteramt im Prinzip machen was es will, wenn es nicht durch die Politik ausgebremst wird. Und welcher (Kommunal-)Politiker interessiert sich schon fürs Vermessungswesen? Damit ist karrieretechnisch eigentlich kein Blumentopf zu gewinnen. Also prökeln die Fachleute an ihren Lösungen, passen genau auf, dass sie es in jedem Fall anders machen, als der ungeliebte Nachbar und müssen mindestens fünfstellige Beträge für überflüssige Studien ausgeben um darauf zu kommen, das es billiger ist, zu kooperieren, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht.

    Schön für Micus, schlecht für den gesunden Menschenverstand.


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