• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

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    Hype    

    10

    Juli
    2007
    10 Juli, 2007 von in Formatradio, Geogeschäfte Antworten

    Nic Cohn hat Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts das wohl beste Buch veröffentlicht, das je über Popmusik geschrieben wurde: “Pop from the beginning”. Abgesehen von seinen geradezu erschreckend zutreffenden Prophezeiungen über die weitere Entwicklung der Pop- und Rockmusik, liefert Cohn darin im Kapitel “Highschool” (ein Musikstil für den z. B. Paul Anka steht) eine sehr schöne Erklärung des Begriffs “Hype”:

    “Die Highschool-Rocker waren nichts als Marionetten. Highschool war das Betätigungsfeld der Geschäftsleute über dreißig. Sie waren die Manager, Agenten, Produzenten, Diskjockeys und Werbetrommler. Sie suchten die Sänger aus und machten die Platten. Die Platten wurden auf den Markt gebracht und entweder verkauften sie sich oder sie wurden gehyped.
    Hype ist ein entscheidender Begriff. Eigentlich ist es nur die Abkürzung von hyperbole -Hyperbel, Übertreibung – in der Praxis jedoch bedeutet es Werbung und Verkaufsförderung, bei der einfach alles erlaubt ist. Durch gewaltige Pubicitykampagnen werden die Produkte den Käufern aufgedrängt, man arbeitet mit Druck und wenn es unbedingt nötig ist, auch mit ehrlicher Bemühung. Das Konzept überlässt nichts dem Zufall. Alle Möglichkeiten werden ausgeschöpft. Hype ist zu einem so wesentlichen Bestandteil des Pop geworden, dass man es kaum noch bemerkt.”

    Wie gesagt, niedergeschrieben vor rund 40 Jahren, aber das nur am Rande. Warum ich all dies hier zitiere?

    Weil auf dem jüngsten Agit-Symposium in Salzburg eine Podiumsdiskussion darüber debattierte, ob und wenn ja, wie und warum Geoinformatik durch Entwicklungen wie Google Map oder Google Earth zu einem populären Massenprodukt wurde. Die Erkenntnis: Google erreiche mit diesem auf Info- / Edutainment aufgebauten Konzept ein Massenpublikum wovon wiederum die GI-Community profitiere. Und deswegen hat laut dieser Meldung Johann Jessenk, frisch gebackener GIS Channel Manager Austria bei Autodesk wohl im Überschwang des Moments gesagt:

    “Dies ist nur der Anfang vom Geoinformatik-Hype.”

    Ob ihm klar war, dass man immer dann einen Hype veranstaltet, wenn sich die jeweiligen Produkte sonst nicht verkaufen lassen?


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