Die Pressemeldung von AED-Sicad hab ich zwar schon im März erhalten, aber jetzt hat auch die Hypo Vereinsbank (HVB) die Nutzung von Google Earth für ihre Immobilienbewertungen offiziell verkündet und für jedermann freigeschaltet. Sehr hübsch das ganze: Die Website liefert recht flächendeckend Bewertungen von Wohnlagen, die man sich eben auch in Google Earth laden kann. Für Bremen, wo ich spätestens bei der nächsten Fußball-WM wohnen will, sieht das aktuell z.B. so aus:
Ich hab für diese einfache kleine Karte acht KMZ-Dateien runtergeladen. Das ist ein bisschen Gefummel, damit sich die farblich markierten Gebiet nicht an zu vielen Stellen überlappen, sonst wird der Eindruck etwas verfälscht. Es gilt: Je dunkler, deso besser die Wohnlage. Per Mausklick kann man sich die aggregierten und bewerten Gebiete rot umrandet anzeigen lassen und erhält dazu auf der Karte eine knappe Bewertung, wie im obigen Beispiel “gute Lage” für den Stadtteil Findorff. Was das im Detail genau heißt, kann man dann bei der HVB nachlesen. In die Bewertung fließen zum Beispiel Zustand der Wohnbebauung, Anteil von Miet- und Eigentumswohnungen, Mietspiegel und Immobilienpreise aber auch Daten zu Arbeitslosenquoten und Kaufkraft ein.
Das Ganze ist auch ein hübsches Beispiel für die These, dass die amtlichen Geobasisdaten schon bald durch die Daten privater Anbieter ersetzt werden, denn Google übernimmt hier die Funktion des Datenproviders, der flächendeckend Referenzdaten – sprich: Luftbilder – für die Fachdaten der HVB liefert. Klassische GIS-Hersteller wie AED-Sicad schrauben dafür die Schnittstellen zusammen und bereiten die Fachdaten entsprechend auf, liefern also technisch gesehen die georeferenzierten bunten Flächen. Sie sind so zumindest Teil einer neuen Wertschöpfungskette rund um Geodaten, wenn auch nicht deren treibende Kraft. Nur die Landesvermesser gucken in die Röhre…

Fremder Senf