• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

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    Notizen aus der Provinz    

    20

    Oktober
    2007

    oder: Wie satellitengestützte Höhenvermessung für Jedermann einen Gemeinderat aufmischt.

    Die Backnanger Kreiszeitung berichtet über eine etwas turbulentere Sitzung des Auenwalder Gemeinderates, in dessen Verlauf ein Ratsmitglied zunächt auf einen Stuhl, dann auf einen Tisch steigt, um die Funktiosweise eines GPS-Gerätes zu demonstrieren,.

    Hintergrund ist ein offenbar schon länger schwelender Streit um den Bau einer Abwasserleitung zwischen Rottmannsberg und Trailhof. Der Vorwurf an Planungsbüro und Gemeinderat: Man habe sich für eine (teure) Druckwasserleitung entschieden, obwohl zwischen den beiden fraglichen Endpunkten der Leitung ein Höhengefälle existiere, so dass es auch eine (günstige) Freiwasserleitung getan hätte, bi der das Wasser einfach fließt. Besagter Ratsherr will dies per eigenem GPS-Gerät nachgemessen haben und hat die Fähigkeit des Systems, Höhenunterschiede zu erfassen offenbar mit seinen Tisch-und Stuhlmessungen demonstrieren wollen.

    Keine schlechte Idee eigentlich und es steht symbolisch für eine wirklich interessante Entwicklung: Die wachsende Demokratisierung ehemaligen Herrschaftswissen, wie es sich in Karten und Gutachten ausdrückt, weil jedermann Zugriff auf neue Techniken haben kann. “Seht her, ich kann nachmessen” ruft dort also ein Bürger zu seinem Bürgermeister und wer erinnert sich nicht an die (falschen) Messungen der Waage der Baleks? Die Hoheit über die Maße ist ein Herrschaftsinstrument.

    Im konkreten Fall allerdings hinkt die Praxis der Theorie noch hinterhei. GPS-geräte für den Hausgebrauch schwächeln gerade bei der Höhenmessung. Abweichungen von bis zu 20 Metern sind da eher die Regel, als die Ausnahme. So demokratisch ist das (militärische) GPS dann doch nicht, dass jedermann ganz genau messen könnte.


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