Man darf gespannt sein: Ab 29. Oktober will die WAZ-Zeitungsgruppe endlich ihre lang angekündigte Online-Offensive mit Der Westen starten. Eigens dazu hat man ja die langjährige Bloggerin Katharina Borchert engagiert, deren Blog “Lyssas Lounge” ich aber ehrlich gesagt nie so recht was abgewinnen konnte. Ist wohl Geschmackssache.
Aber unabhängig davon weiß die Dame, wie Web 2.0 und so funktioniert, jedenfalls besser als all die Profi-Journalisten, die Internet immer noch irgendwie bäh finden, und sie hat länger als geplant fleißig an dem neuen Portal gearbeitet. Nach allem, was man hört ist das jetzt mit Blick auf das Web nichts wirklich Weltbewegendes, aber im Maßstab eines Zeitungsverlages ist es reichlich innovativ. Offenbar hat sich der Verlag darauf eingelassen, in seinen Webaktivitäten nochmal ganz von vorn anzufangen und dabei weniger Marketing- als vielmehr Content-getrieben zu agieren. Allerdings auch nicht m Sinne einer schnöden Artikelzweitverwertung der Holzausgaben, sondern eben extrem webzweinullig.
Da wird es zum Beispiel als Herzstück der Navigation eine interaktive Landkarte geben, auf der jeder Artikel verlinkt und darüber hinaus zu sehen ist, wo (registrierte) Leser sitzen und wo die Redakteure. Extrem interaktiv und für ein lokales Portal konsequent. Der Leser kann über alle WAZ-Medien hinweg nach Geschichten suchen, die nahe an seinem Wohnort stattfinden. Ein erstes lokales Geoweb? Klingt jedenfalls vielversprechend und achja: Das Mappingtool dazu ist mal nicht auf Basis von Google, Microsoft oder Yahoo enstanden, sondern kommt wohl von Klicktel.
Das liegt im Wortsinne nahe. Die Firma sitzt in Essen.
Fremder Senf