Aus dem Traunsteiger Tagblatt (Eigenwerbung: “Die große Tageszeitung im südostbayerischen Raum”):
Einen Verdacht auf »krumme Dinger« meldete ein aufmerksamer Traunsteiner am Mittwoch, nachdem er zwei Fremde beobachtete, die in ein leeres Weinfass etwas legten oder aber auch entnahmen. Eine Streifenbesatzung der Polizei klärte rasch den dubiosen »Kriminalfall«. (Sie) entdeckte in der Tonne eine kleine Filmdose mit der Aufschrift »Vorsicht – Bitte nicht öffnen – Geochatching«. Neugierig geworden, öffneten die Beamten trotzdem das Döschen und fanden darin tatsächlich Unterlagen für das sogenannte Geochatching. (…) Geochatching ist eine Art moderner »Schnitzeljagd«. Dabei sind die hinterlegten Daten zu dem Spiel in das Internet einzugeben. Nach Auffinden des Zieles winkt für den Sieger von dem Veranstalter eine Prämie. Diese Erklärung für den Vorgang mussten die Beamten aber auch erst erforschen, um auf den Hintergrund der Sache zu kommen.
Okay, man könnte jetzt sagen, das Traunsteiger Tagblatt ist auch bislang nicht als Speerspitze des Qualitätsjournalismus hervorgetreten, es ist ja wohl nur ein Lokalblättchen und mein Gott, Südostbayern und überhaupt: Sooo wichtig ist Geocaching ja nun nicht.
Aber wieviele ordentliche Bürger lesen kaum mehr als ihr Lokalblättchen, um sich zu informieren? Wie richtig oder falsch sind die übrigen Meldungen in dem Blatt? Und wer hat hier jetzt eigentlich gar nichts begriffen: Stammen all die falschen Infomationen und Begrifflichkeiten von der Polizei? Ermitteln die sonst auch so exakt? Prüfen Traunsteiner Journalisten nie, was Ihnen die Polizei erzählt? Oder haben die Journalisten die Informationen über “Geochatching” selbst recherchiert? Recherchieren die immer so genau? Warum sollen Zeitungen angesichts solcher Beiträge per se besser sein, als Angebote im Netz, wie manch Zeitungsherausgeber offenbar ernsthaft glaubt?
Und wo sind meine 366 Prämien vom Veranstalter?
Fremder Senf