Der erste Tag des Fortbildungsseminars des Runden Tisches GIS an der TU München ist um. Im Mittelpunkt standen die Stichworte GMES, Inspire und (mal wieder) Chancen und Risiken von Google Maps und Co. für die GIS-Branche. Letztere Vortrags- und Diskussionsrunde durfte ich moderieren, obwohl es da nicht viel zu moderieren gab, weil sämtliche Referenten und Redner gnadenlos überzogen haben, so das keine Zeit mehr zu einer vertieften Diskussion blieb.
Andererseits stellt sich auch die Frage, was man eigentlich groß diskutieren soll: Microsoft und Google erzeugen mit ihren Mappingportalen eine neue Nachfrage nach Geo-Anwendungen, die sie mit ihren APIs und Lizenzbedingungen gleich wieder selbst befriedigen. Da hat die GIS-Community so gesehen gar nix von, außer dass man als Geoinformatiker nicht mehr so viel erklären muss, was man eigentlich macht. (“So was ähnliches wie Google Earth, alles klar!”)
Interessanter ist vielleicht die Frage, ob man sich als Dienstleiter darauf einlassen kann, mit Rückgriff auf Google Maps und Co. individuelle Lösungen für Tourismuszwecke oder Bürgerprotale zu stricken und daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Schließlich hat man keine Sicherheit, ob die Datenzugänge auch morgen noch zur Verfügung stehen oder ob das schön programmierte Zusatzfeature nicht ab nächster Woche Teil der API ist.
Schön auch ein paar Anekdoten aus dem Innenleben von Google, die beim abendlichen Buffet in Umlauf gebracht wurden Es gibt da offenbar Friktionen mit Städten wie Hamburg und Berlin, die ihre 3D-Stadtmodelle in Google Earth zur Verfügung stellen, allerdings nicht Google überlassen, sondern über ein herunterzuladendes KMZ-File den Zugang gewähren. Das Problem: Der Aufbau der Stadtmodelle ist bisweilen arg langsam, weil die Serverkapazitäten der Kommunen natürlich weit unter den Möglichkeiten von Google bleiben. Der Ärger der Nutzer am heimischen PC darüber wird allerdings bei Google abgeladen.
Allerdings wollen die Kommunen ihre Modelle nicht einfach Google überlassen, weil sich das Unternehmen sehr verschlossen gegenüber den Wünschen beispielsweise von Berlin zeigt, auch auf den Google-Servern Zugriff und Aktualisierungsmöglichkeiten zu behalten. Da mauert Google offenbar, weil auch Google Earth Teil eines globalen, auf Werbe-Einblendungen beruhenden Geschäftsmodell ist oder werden soll und sich deshalb Google die alleinige Hoheit über die Daten auf Ihren Servern vorbehalten will. Das dürfte übrigens auch für alle anderen Geodaten gelten, die man in und mit Google Earth visualisieren kann. Ob Kommunen vor diesem Hintergrund ihre Daten einfach mal so an den Suchmaschinenbetreiber verschenken sollten, wie es immer mal wieder vorkommt, kann man daher recht kritisch sehen.
Das Foto zeigt übrigens den Präsidenten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie Dr. Dietmar Grüneich, bei seiner Präsentaton einer möglichen Verzahnung der EU-Initiativen GMES und Inspire. Ich darf versichern, dass die Grafik im Hintergrund nur zur Häfte vollständig ist, was viele durchaus mit den Themen vertraute Teilnehmer entnervt aufstöhnen ließ, bei den GDI-Organsations-Strukturen blicke so langsam keine Sau mehr durch.
Und nun zur angekündigten positiven Meldung aus München:
Unweit des Tagungsortes habe ich ein wirklich sehenswertes Cafe in Orginal 50er Jahre-Ausstattung entdeckt, in dem sich wunderbar die Pausen bestreiten lassen. Die bisher angenehmste Räumlichkeit, in der ich mich in München aufhalten durfte. Und anders als in NRW nehmen die Bayern das Rauchverbot verdammt ernst. Auch sehr angenehm. Nur die Preise sind leider nicht auf 50er-Jahre Niveau. Aber was ist schon perfekt?




…ich tippe mal auf Café Jasmin. Ist zwar weder in der Theresienstr noch in der ArcGisstr; korrekt an der Ecke Augustenstr/Steinheilstr.
http://www.mux.de/Cafe-Jasmin
Ecke Augustenstraße – Steinheilstraße
Auch wenn Werbung ungern gesehen wird, jetzt würde es mich doch interessieren wie man diese beschriebene Café denn wiederfindet.
Bin auch gerne willens einen ganzen Straßenzug – sei es Arcisstraße (nicht mit ArcGis zu verwechseln (!)), Theresienstraße, usw. einmal abzulaufen.