Normalerweise befassen Archäologen sich ja mit Vor- und Frühgeschichte, in jedem Fall mit jenen Abschnitten der Geschichte, bei denen es mit schriftlichen Quellen gewöhnlich hapert. Im geschichtsvergessenen Ruhrpott scheint es mit der Schriftkultur bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts problematisch zu sein. Die Website Ruhrzeiten (welch hintersinniges Wortspiel) stellt jedenfalls im Rahmen des Themas Kulturhauptstadt 2010 (Metropole Ruhrgebiet) als archäologische Projekte unter anderem Ausgrabungen an der 1976 abgerissenen Krupp’schen Hauptverwaltung in Essen vor. Und die Reste der Zeche Zollverein. Und die alte Synagoge in Essen.
Aber die Methode der Präsentation ist erwähnenswert: 3D-Modelle und historische Pläne werden nämlich kostenlos und als KMZ-File zum Download für die Google-Earth Plattform zur Verfügung gestellt. Wie bei den Stadtmodellen von Berlin und Hamburg, schaufeln eigene Server (vermutlich der Hochschule Bochum, wo auch die Modelle erstellt wurden) die Daten zum Google-Client hinzu, aber da es jeweils um überschaubare Gebiete und Strukturen geht, sind die Wartezeiten halbwegs akzebtabel. Alles in allem ein schönes Beispiel dafür, welch mächtiges Informations-Werkzeug Google Earth sein kann, wenn man die Möglichkeiten zu nutzen versteht. Und das es auch auf einem Mac funktioniert, zeigt die Bildergalerie: Alles selbst gemachte Screenshots.
Das ganze ist übrigens nur als Einstieg in das große Thema “Ruhrgebiet in 3D” zu verstehen. Da hat man sich Großes vorgenommen. Projekte in diesem Umfeld wie “Virtuelle Emscherwelt” bleiben mir aber einstweilen vorenthalten. Nur für Dosen-Besitzer mit IE und ActiveX. Andere Clients kann der dafür genutzte Leica Virtual Explorer offenbar nicht bedienen.





Fremder Senf