Das Open StreetMap-Projekt tritt offenbar in eine neue Phase: Mit CloudMade versucht das erste Unternehmen ein Geschäftsmodel rund um die freien Geodaten zu stricken. Es offeriert verläßliche und garantiert werbefreie Mapping-Services für Inter- und Intranet und einen sogenannten Feed-Service mit stets auf den neuesten Stand gebrachten Points of Interest im KML-Format. Ab sieben Dollar verspricht CloudMade monatlich aktualisiert derzeit die Standorte von Schulen, Krankenhäusern, Gastronomische Einrichtungen, Parkplätzen, Tankstellen, Geldautomaten (Cash-Points), Touristik-Attraktionen , Bürgerbüros (civic amenities) und so genannte “Outdoor Features”, womit wohl Grillplätze, Wanderhütten und Ähnliches gemeint sein dürften.
Das ganze ist aber vorerst eher für die USA und Großbritannien interessant, als für Deutschland. Die OpenstreetMap-Datenbasis ist hierzulande eigentlich noch zu dünn für solche kostenpflichtigen Services. Als Beispiel ein Screenshot aus meiner Region. Während die rechte Rheinseite mit Monheim für OpenStreetMap breits detailreich erfasst wurde, zeigt sich die linke Seite mittelalterlich unberührt. Ich versichere hier, dass mit Zons dort seit Jahrhunderten eine Siedlung steht. Es geht also nicht um ein paar jüngst entstandene und jetzt fehlende Neubaugebiete.
Interessant zu beobachten ist die Entwicklung trotzdem. Nach den Übernahmen von Navteq und TeleAtlas ist das für OpenStreetMap ein wichtiger Schritt, um den belächelten Status eines Liebhaberprojektes von GPS-Freaks endgültig zu verlassen. Und wie alle aufstrebenden jungen Unternehmen gibt es natürlich jede Menge Jobs, vermutlich mit viel Arbeit für wenig Geld, aber (vielleicht) hohem Potenzial. (Hab ich eigentlich mal erzählt, dass ich 1997 nicht bei Yahoo Deutschland anfangen wollte, weil mir die Bezahlung für die dann notwendige Existenz in München zu niedrig war? – Okay, Yahoo wollte mich auch nicht. Ich sei nicht wirklich “enthusiastisch für das Projekt”. )

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