Grundregel Nummer Eins misachtet: Wenn etwas keine Probleme macht, soll man es in Ruhe lassen.
Gilt meines Erachtens für Computer und Zähne gleichermaßen. Ist meinem Zahnarzt aber egal, Parodontosebehandlung muss sein, auch wenn ich außer seinen warmen Worten, dass das notwendig sei, wenig Anlass dafür sehe. Vermutlich kann mein Zahnarzt gar nicht richtig einschätzen, was so eine Behandlung ohne spürbaren Schmerz für mich bedeutet. Ich gehör nämlich zu den Leuten, die nur zum Arzt gehen, wenn es weh tut. Und auch dann erst, wenn nix mehr geht. Wenn ich denn mal wegen irgendwas beim Arzt bin, machen die auch immer gleich so Dinge, die kein Mensch verlangt hat, zum Beispiel Blutdruck messen. Bei 80 zu 130 muss man sich dann bereits gegen Tabletten wehren.
Irgendwann vor zehn Jahren hat so ein Lungenarzt auch mal Asthma bei mir diagnostiziert und wollte mich für den Rest des Lebens auf Cortisonspray setzen, nur weil ich mit schwerer Bronchitis seinen Lungentest nicht bestanden hatte. Ärzte sind eine echte Gefahr für die Gesundheit und bei eher unspezifischen Symptomen wird das Rumgerate mit lateinischen Begriffen karschiert. So ist das.
Also, wenn man an sich nix merkt, auch nicht daran rühren. Nur bei den Zähnen habe ich mich jetzt mal ausnahmsweise überreden lassen. Und was ist? Üble Zahnfleischschmerzen, pochernder Weisheitszahn. “Jaja”, heißt es dann hinterher schlauscheißig. “Das kann schon mal passieren, dass man da einen schlafenden Hund mit weckt, der Zahn muss raus.”
Jaja, erklär ich irgendwann dem Richter, kann schon mal passieren, dass man hinterher seinen Arzt vermöbelt.
Zumal ich meine Weisheit jetzt los bin.
Ja, Ärzte und Metzger haben etwas gemeinsam: Darf es ein bisschen mehr sein?