Stefan Niggemeier hat am Beispiel des angeblichen NPD-Eklats in Sachsen ja kürzlich einige begründete Vermutungen über die Folgen der Berichterstattung des Leitmediums Spiegel Online geäußert.
Ähnliche Wirkungen kann man auch bei der Berichterstattung des gedruckten Spiegels beobachten. Vorige Woche fand sich darin ein Beitrag über Openstreetmap, überschrieben als “Wikipedia der Navigation“. Das Projekt existiert seit Juli 2004, also seit knapp vier Jahren und hat in dieser zeit außerhalb der Fachwelt wenig Beachtung gefunden. Und auch innerhalb der Branche, die sich Geoinformationswirtschaft nennt, hat man die Idee, man könnte eine Karte auf der Basis freiwilliger Gemeinschaftsarbeit im Internet zusammen tragen, eher belächelt.
Ich persönlich habe das Thema erstmals 2006 registriert, als die Meldung kam, eine Stiftung werde das Projekt weiter tragen. Zu diesem Zeitpunkt war das datentechnisch allerdings eine noch eher dünne Veranstaltung. Erstmals erwähnt wurde Openstreetmap in diesem Blog im Oktober 2007 im Zusammenhang mit Überlegungen, welche Folgen die geplanten Übernahmen von Navteq und Tele Atlas für den Markt haben und ob Alternativen verbleiben. Eine Fachzeitschrift bei der ich langjährig (auch leitend) gearbeitet habe, hat das Thema zumindest laut ihrem Online-Archiv bis heute keiner Erwähung wert gefunden.
Dafür gibt es in der Woche nach dem Spiegel-Beitrag, in vielen anderen Medien Berichte über Openstreetmap, etwa bei Chip-Online oder im Deutschlandfunk. Und weitere werden mit Sicherheit folgen.
Fremder Senf