Es gibt eine ganz neue Micus-Studie zur Entwicklung des Geoinformationsmarktes. Ich zitiere mal:
Die private Wirtschaft hat sich zu großen Teilen dem Markt auf Basis privater Daten zugewandt: Private Luftbilder, immer besser werdende verortbare Adressdatenbanken und die Entwicklung privater Kartenangebote haben zu einem rasanten Anstieg in diesem Bereich geführt. Die 2003 in der MICUS-Studie bereits angekündigte mögliche Substituierung öffentlicher Daten durch private Daten ist mittlerweile Realität geworden. Angebote wie Google Earth und Microsoft Virtual Earth haben zwar einerseits dem Geodatenmarkt eine hohe Bekanntheit verschafft, substituieren aber mittlerweile in hohem Maße öffentliche Daten für Mapping-Anwendungen.
Leider kann ich die erwähnte Ankündigung in der Micus Studio von 2003 nirgendwo finden. Dort finden sich eher Sätze wie:
“Wenn sich die Ansicht durchsetzt, dass zur Entwicklung des Geoinformationsmarktes unternehmerisches Know-how unabdingbar ist und durchgängige Vertriebsstrukturen geschaffen werden müssen, gewinnen Formen der Public-Private Partnership an Bedeutung.”
oder
“Um Public-Private Partnership gewinnbringend für die Entwicklung des Geoinformationsmarktes einzusetzen, sollte sich der Staat am Markt als Anbieter von Geoinformation positionieren, indem er Transparenz über die öffentlichen Datenbestände schafft und für eine nachvollziehbare und nutzerorientierte Gebührenstruktur sorgt.”
Die 2003er-Studie von Micus konnte sich die Entwicklung eines Geodaten- und Geoinformationsmarktes ohne staatliche Akteure als Datenproduzenten schlicht nicht vorstellen. Und es war auch nicht Ziel der Studie, sich darüber Gedaken zu machen, sondern den Ausgangspunkt belegt folgendes Zitat:
“Im Marktkonzept werden ausgehend von der Wertschöpfungskette Maßnahmen benannt, die zueiner Entwicklung des Marktes für Geoinformationen erforderlich sind. Vorrangiges Ziel ist dabei die marktgerechte Bereitstellung öffentlichen Contents für die Wirtschaft.”
Jetzt so zu tun, all hätte man das alles kommen sehen, ist jedenfalls etwas unredlich.
Und warum man zur technischen Abwicklung des Downloads dieser Studien nicht nur seine E-Mail Adresse, sondern gleich die kompletten Adressdaten inklusive Telefonnummer (Pflichtfeld !) bei Micus abliefern muss, habe ich auch noch nicht begriffen. Ebenso wenig, wieso ich die geschützen PDFs erst “bearbeiten” muss, um mir mittels Copy&Paste die Abtipperei der Zitate zu ersparen.
Ich frage mich seit der ersten Studie wer so was braucht. Das können doch nur Politiker sein, die damit unsinnige Subventionen und Projekte begründen wollen. Die Wirtschaft braucht doch diesen breit getretenen Quark nicht. Oder man subventioniert damit halt Unternehmen, die Studien erstellen. Ist halt aus NRW.
Es ist stets einen Versuch wert und bei denen hilft es auch: Einfach mal auf Abschicken klicken und rausfinden, was die Seite wirklich braucht. Hier ist es einfach, sie wollen nur eine @dresse (ob die das jetzt ändern?). Und Einmal-@dressen gibt es einfach so im Netz.
kurioser Weise gibts die Studie dann aber unter http://www.geobusinessmaps.org (genauer: hier) auch ohne die Abfrage von Schuhgröße und sexueller Orientierung…