Noch ein paar Fundstücke
22. September 2008 | Von ttm | Rubrik: GeogeschäfteBrandenburg arbeitet gerade an einem neuen Landesgesetz zum Vermessungswesen und liefert im Kommentar zum Gesetzentwurf eindeutige Ansagen und erhellende Begründungen (Vorhebung von mir):
“Dass der Aufbau der Geodateninfrastruktur nicht durch fachliche Absprachen auf freiwilliger Basis zustande kommt, hat die Vergangenheit hinreichend bewiesen. Insofern ist eine gesetzliche Regelung zur Bindung aller Fachbereiche im Land zwingend erforderlich. Die öffentlichen Stellen werden daher verpflichtet, die Geobasisdaten des amtlichen Vermessungswesens als Grundlage ihrer Fachinformationssysteme zu verwenden.”
Das ist insofern interessant, als dass ich eine Reihe von Projekten von öffentlichen Stellen aus der ganzen Republik kenne, die für ihre Fachinformationssysteme Geobasisdaten aus privaten Quellen (z.B. Luftbilder oder Navigationsdaten) lizenzieren, ganz einfach, weil die amtlichen Vermesser die Daten entweder nicht haben oder nicht in praktikabler Form abgeben können (wollen?).
Apropos privatwirtschatliche Daten, sogar aus freien Quellen: CloudMade stellt Openstreetmap-Karten unter anderem als Shape-Files zur Verfügung und wie Spanring feststellt sind die zumindest für Österreich besser als die amtlichen Daten.
Und dann noch dies: Wie es aussieht, werden sämtliche Satelliten für Galileo in jedem Fall in Deutschland gebaut. Für das so genannte Weltraumsegment sind nur noch Astrium in Freidrichshafen und OHB in Bremen im Rennen um die Aufträge. Man darf sich fragen, warum sich die deutsche Industrie gegen die Neuausscheibung von Galileo so gesträubt hat.
Nachtrag (15:11 Uhr): Genau besehen argumentiert Brandenburg mit seinem Verweis darauf, dass fachliche Absprachen auf freiwilliger Basis in Sachen GDI nichts gebracht haben, auch für die Abschaffung der AdV, denn dort werden ebenfalls lediglich fachliche Absprachen auf freiwilliger Basis getroffen. Ergo: Eine (bundes-)gesetzliche Regelung zur Bindung aller Landesvermessungsämter ist zwingend erforderlich.
“besser” für viele kartenanwendungen. das bev macht auch den kataster, für dieses material ist osm natürlich keine konkurrenz. das straßennetz kann sich allerdings wirklich sehen lassen!
1. ADV weg
2. Landevermessungen entmachten
3. Aus steuerlichen Geldern finanzierte Daten in die private Hand geben
4. Keine Vermesser in strategische Positionen, sondern Betriebswirte
5. Dem DDGI verbieten mit Hinterbänklern Gelder aus e.V. Töpfen zu verschwenden
Also, einfach mal Markt und Wirtschaft machen ohne diese Erbhöfe.
1.soweit ich mich erinner ist Landesvermessung nicht Bundesangelegenheit und somit beim den jeweiligen Innenministerien in Verantwortung…
2. generell stimme ich zu das eine Regelung auf Bundesebene ensteht, aber dann muss der gesamten Förderalismus-Politik ein Ende gemacht werden
Ja genau, das ist ja ein Teil des Problems: Vermessung ist Ländersache und fachliche Absprachen auf Ebene der AdV in der Praxis häufig nicht viel Wert. Übrigens ist das Ganze so föderal, dass noch nicht mal die Zuständigkeit des jeweiligen Innenministeriums zwingend ist. Im Saarland ist die Landesveremssung zum Beispiel eine nachgeordnete Behörde des Umweltministeriums. In Niedersachsen ist das Sozialministerium zwar nicht fürs Kataster, aber für die Raumplanung zuständig, in Nordrhein-Westfalen ist die Landesvermessung ein Referat der Bezirksregierung Köln und das Katasterwesen vor allem Sache der Kommunen. Und jeder weiß es besser.
Ganz einfach eben. Alles in die Hände der Privatwirtschaft. Dann gebe es auch kein ALKIS