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    Intergeo Nachlese II    

    6

    Oktober
    2008
    6 Oktober, 2008 von in Mess(e)wesen Antworten

    Intergeo 2008 - typische Besucher

    Wieder eine Intergeo, bei der ich keine vernünftigen Fotos zustande gebracht habe. Entweder man macht Fotos oder Geschäfte führt wichtige Gespräche, beides zusammen kriege ich nicht hin. Dieser Schnappschuß typischer berucksackter Besucher, die vor allem die haptischen Aspekte des Vermesser-Alltags begutachten, muss als optischer Eindruck genügen.

    Aber ein paar analytische Bemerkungen schaff ich noch. Dabei knüpfe ich an meine Ausführungen zur Intergeo Nachlese 2006 an. Seinerzeit fielen mir die (günstigen) asiatischen und indischen Anbieter von Vermessungsgerät erstmals auf und ich spekulierte darüber, dass Unternehmen wie Topcon, Trimble und Leica Geosystems sich darauf einstellen werden müssen.

    In diesem Jahr wurde tatsächlich so etwas wie eine strategische Antwort sichtbar. Alle drei Anbieter sind dabei, kräftig in die Software-Peripherie ihrer Vermessungswerkzeuge zu investieren. Man wolle nicht länger als reiner Gerätehersteller betrachtet werden, sondern sei Lösungsanbieter, hieß es in verschiedenen Formulierungen bei allen dreien. Und man bedient sich dabei aus dem gesamten Arsenal denkbarer Werkzeuge: Strategische Parterschaften (Topcon & RIB Bausoftware), Firmen- sprich Technolgiezukäufe oder auch der Aufbau eigener Softwareabteilungen und -anbieter.

    Das Ziel ist stets ähnlich: Ausgehend vom Erfassungsgerät zur Datenerzeugung, sollen die Daten auch mit eigenen Lösungen verarbeitet und aufbereitet werden. Verlängerung und Vertiefung der Wertschöpfungskette lautet das Motto. Mir der reinen Hardware sei auch hier kaum noch etwas zu verdienen, lautet die Erkenntnis, was angesichts von Verkaufspreisen zwischen 20.000 und 40.000 Euro je nach Gerätetyp und -ausstattung doch erstaunen kann.

    In jedem Fall werden die Trimbles, Leicas und Topcons auf diesem Weg früher oder später den reinen GIS-Herstellern Konkurrenz machen, jedenfalls so weit es um die Software-Ausstattung des gemeinen Vermessungsbüros geht. Langfristig sind sogar ALKIS-Lösungen aus diesem Umfeld denkbar und das wäre ja mal eine interessante Variante.

    Auffällig war übrigens, dass ESRI und Leica Geosystems erstmals seit Jahren keinen gemeinsamen Stand hatten. Seit Leica zu Hexagon gehört und ERDAS reanimiert wurde, ist die bislang enge Partnerschaft offenbar zur offenen Zweierbeziehung geworden.

    Und sonst? Es herrschte große Zufriedenheit bei vielen Ausstellern, die allerdings auch mit eher niedrigen Erwartungen nach Bremen gekommen waren. Als Messestandort war die Stadt den Meisten neu und dann noch die Randlage… (Was wieder mal beweist das Glück und Zufriedenheit vor allem von der Fähigkeit abhängen, sich mit der Realität arrangieren zu können).

    Als Spindoctor von Format entpuppte sich bei diesem Thema im Seitengespräch übrigens Olaf Freier, Geschäftsführer der für die Intergeo-Messe verantwortlichen Hinte Messe AG. Der schwierige Standort Bremen habe bewiesen, welche orginäre Kraft die Intergeo entfaltet, die ohne Anschub durch ein themen- und messeaffines Umfeld wieder 15.000 Besucher anziehen konnte, soviel wie im Vorjahr am traditonsreichen Messestandort Leipzig. Die Internationalität und Besucherqualität sei jetzt sogar gestiegen, weil nach Bremen nur die wirklichen Interessenten gekommen seien. Für das kommende Jahr in Karlsruhe und 2010 in Köln könne man daher noch mehr Besucher und Aussteller erwarten, insbesondere aus dem Ausland.

    So schön hat mir noch keiner eine Stagnation im Besucherwachstum verkauft.


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