Geocache-Indikator
21. Oktober 2008 | Von ttm | Rubrik: Am Wegesrand, Satelliten weisen den WegWie schafft man sich seinen Markt? Ganz einfach, Konkurrenz wird staatlich verboten.
Derartige Überlegungen werden offenbar gerade in Russland angestellt, um die Nutzung des eigenen Satellitenortungssystems Glonass gegenüber GPS voran zu bringen. Und wo wir schon mal dabei sind: Auch in Ägypten, Syrien und Nordkorea ist der Gebrauch oder Besitz von GPS-Empfängern de facto verboten. Im Iran ist GPS seitens der Regierung lustigerweise erlaubt, aber hier verbietet die US-Regierung die Einfuhr. Bislang war das auch alles kein Thema, mit der zunehmenen Bestückung von Mobiltelefonen mit GPS dürften die Schwierigkeiten von Reisenden aber wachsen, insbesondere in Ägypten, dass ja durchaus ein großes touristisches ZIel ist.
Andererseits wird auch alles nicht so heiß gegessen wie gekocht, denn totz des Verbots muss es zum Beispiel in Ägypten einige Touristen mit GPS-Geräten geben, wie 85 ausgelegte Geocaches nahelegen, manche davon praktischerweise gleich mit deutscher Beschreibung. Auch Syrien darf immerhin vier Caches sein Eigen nennen, was ebenfalls auf die Existenz von GPS-Geräten schließen lässt. Nur im fernen Nord-Korea ist an GPS-Schnitzeljagden nicht zu denken. Immerhin acht Geocaches liegen im Iran und an den 70 Dosen in Afghanistan und den 289 im Irak lässt sich die Anwesenheit westlicher Truppen ablesen, zumal zahlreiche dieser Caches auf dem Gelände ihrer Camps liegen.
Und Russland? Mit 64 Caches angesichts der Fläche nicht gerade dicht bestückt, nur mal so: im Hoheitsgebiet Luxemberg lassen sich knapp 500 Dosen ausfindig machen. Vielleicht könnte man aus dieser ganzen Statistik eine Art Zivilisations- und Technikindikator machen.
Achja, und dann ist da ja noch Openstreetmap, wo sich durchaus hochgeladene GPX-Tracks aus Syrien und Ägypten finden lassen. Und immerhin eine Karte von Pjöngjang, wenngeich die allein auf den für OSM von Yahoo frei gegebenen Satellitenaufnahmen beruht.