Was für eine nervtötende Beschäftigung: Um die News-Seiten einer Fachzeitschrift zu füllen, kann man offenbar zwei Tage mit Rumgesurfe verbringen, um die einschlägigen Quellen und Firmenhomepages abzuklappern. Das liegt natürlich an den exotischen Themen hohen fachspezfischen Anforderungen dieses Fachblattes, hat aber auch was mit der Branche der Geoinformationswirtschaft zu tun. Vermutlich gibt es da jede Menge interessante Themen, Projekte und News, allein: die meisten Unternehmen kriegen es irgendwie nicht auf die Reihe, darüber öffentlichkeitswirksam etwas mitzuteilen.
Häufigster Fall: Die jüngsten Meldungen unter wahlweise Presse, News oder Aktuelles sind irgendwann von Mitte 2008. Zweithäufigste Variante: Da stehen keine brauchbaren Neuigkeiten, sondern eigentlich Mitteilungen, die in E-Mails an die Kunden gehören, á la “Nächste Woche gibts die neue Programmversion 08.15 auch auf CD und die wird Ihnen automatisch zugeschickt.” Und die Information, dass man an dieser und jener Veranstaltung teilnehmen werde, simuliert so etwas Aktualität, ist aber inhaltlich zumeist etwas dünn.
Auch gern genommen: Extremkauderwelsch mit zahllosen internen Kürzeln, das nur langjährige Abnehmer verstehen. Seltener, aber ebenfalls zu finden: Pressemitteilungen, die zwar relevant sein könnten, aber leider nicht datiert sind. Da darf man denn raten, ob die verkündete Firmenübernahme gestern stattgefunden hat oder schon längst wieder aufgelöst wurde.
Das ergibt unterm Strich jedenfalls eine klare Botschaft: Lasst uns boß in Ruhe, wir sind mit unserer Inzucht vollauf zufrieden, Neukunden mischen nur den Laden auf und stellen nervtötende Fragen.
Dann doch lieber genervtötete Schreiberlinge.
Fremder Senf