Zwanziger gegen Zwanziger
26. Februar 2009 | Von ttm | Rubrik: PolitischesDer freie Journalist Jens Weinreich wurde durch juristische Schritte des Deutschen Fußball Bundes – insbesondere seines Präsidenten Theo Zwanziger – gezwungen, die Grenzen der Meinungsfreiheit im Internet vor Gericht auszutesten. Das ist eine lange Geschichte, die man am besten bei Weinreich selbst oder auch schön kommentiert bei Stefan Niggemeier nachlesen kann.
Inzwischen gewinnt man den Eindruck bei dem Rechtsstreit Weinreich vs. DFB setzt der DFB weniger auf den Faktor Recht & Gesetz, sondern mehr auf den Faktor Zeit & Geld. Davon hat der Fußballbund möglicherweise mehr, als er Recht hat, in jedem Fall aber mehr als ein freiberuflicher Journalist.
Weinreich hat sich deswegen nach einigen Monaten, drei Gerichtsentscheidungen zu seinen Gunsten und mittlerweile fünfstelligen Rechnungsbeträgen dazu durchgerungen, ein Spendenkonto einzurichten. Ich hatte mir ja auch schon mal ganz unabhängig von diesem Fall meine Gedanken zum Thema Meinungsfreiheit gemacht. Die kann man auf die Kurzformel bringen, dass das bislang verbriefte Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern dank des Internets endlich auch mit der Möglichkeit ergänzt wurde, dies tatsächlich zu tun. Und das ist für dieses Land, viele seiner Bürger und natürlich besonders für die öffentlichen Eliten aus Poltik, Kultur, Wirtschaft, Sport usw. eine neue Situation.
Vor diesem Hintergrund sind Spenden an Weinreich – sozusagen “Zwanziger gegen Zwanziger” – keine Spenden für einen streitlustigen Journalisten, sondern schlicht Hilfe for einen Menschen, der sich vorgenommen hat, endlich mal durchzufechten, was es mit dem verbrieften Grundrecht auf die freie Meinung in den Zeiten des Internets auf sich hat. Auch und gerade, wenn das von Meinung betroffene Gegenüber viel Zeit und Geld mitbringt. Insofern betrachte ich meine 20 Euro als gut angelegtes Geld.
Man darf hoffen, dass Weinreich sich durchsetzt. Dann wäre dieses Theme jedenfalls mal geklärt. So oder so.