Beruhigendes von der FossGIS

19. März 2009 | Von ttm | Rubrik: Geoinformation

Der Lichthof (siehe Fotos) der Universität Hannover besticht durch eine eigenwillige, kirchenartige Akustik. Insbesondere wenn man genau in der Mitte sitzt und gerade seinen Blog bestückt. Das mache ich natürlich nicht anlassfrei, sondern aufgrund der rund herum tagenden FossGIS 09, der „größten deutschsprachigen Anwenderkonferenz für Freie Software im Bereich Geoinformation“, wie es in der Eigenwerbung vollmundig heißt. Würde man statt an der Uni in einem Congresszentrum/Hotel tagen, hätte die Veranstaltung in der Tat ihre letzten studentischen Hüllen abgestreift. Das Publikum hat das ja längst. Die IT-Experten von zahlreichen Bundesämtern, kommunalen Rechenzentren oder Energieversorgern geben sich hier die Hörsaal-Klinke in die Hand und lauschen dem Entwicklungsstand der Open Source Szene. Gerade hat zum Beispiel Jens Fitzke, Geschäftsführer der Bonner Lat/lon GmbH diese interaktive Kartenanwendung zur Raumbeobachtung vorgestellt, die das Unternehmen mit Freier Software für das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung entwickelt hat.

Das fand ich auch insofern spannend, als ich das Tool gerade erst ganz persönlich genutzt habe, um  Lage und Zukunftsaussichten meines (unseres) Immobilienerwerbs zu bewerten. Okay, ist vielleicht etwas übertrieben, aber es heißt ja so schön: Lage, Lage, Lage. Die Ergebnisse waren übrigens ganz beruhigend ebenso wie einige persönliche Begegnungen auf der FossGIS. Zum Beispiel mit Arne Kepp. Er gehört zur Kern-Entwicklergemeinde von OpenGeo, jenem Verbund die der Geoinformatik die vielgenutzten OpenLayers spendiert haben. Kepp ist eigentlich in Deutschland geboren, als Kind nach Norwegen ausgewandert und seine aktuelle Visitenkarte ziert eine New Yorker Adresse. Die stimmt aber auch schon nicht mehr, weil der aktuelle Wohn- oder besser Aufenthaltsort Paris ist – als Durchgangsstation für Singapore ab Mitte des Jahres. „Man gewöhnt sich daran“, sagt Kepp. „So lange ich mein Laptop aufklappen kann und Internetanschluss finde, kann ich arbeiten.“

Das macht Mut, wenn man kleingeistig darüber nachdenkt, ob man seine Kunden genau so von Bremen bedienen kann, wie von Düsseldorf aus. Alles einfach eine Frage der Perspektive…

4 Kommentare
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  1. Wie lange haben Sie denn unter:

    http://78.46.82.146/raumbeobachtung/

    gebraucht, um Bremen und dann auch noch die entsprechende Straße zu finden? OpenLayers stünde der Anwendung auch ziemlich gut zu Gesicht…

  2. Ach naja, so kleinräumig geht das da sowieso nicht. Die statistischen Auswertungen liegen ja höchstens auf der Gemeinde-Ebene vor, vielfach sogar noch gröber (Planungsregion).

  3. Das ist wieder so ein Geo-GDI was weiß ich Projekt was kein Schwein braucht. Aber die Beamten haben was zu zeigen intern. Extern wird das nie einer brauchen dieses Pseudoportal. Gut ist aber, dass durch so was GI-Firmen Geld verdienen. Hat doch eine Zweck. Wobei, Toll ist das nicht in der Handhabung.

  4. Dieses Portal ist reine Selbstbefriedigung vom Beamten um nach oben buckeln und nach unten treten zu können, wollen, müssen. Da wollte einer seinen Vorgesetzen zeigen wo seine Berechtigung für seinen Job ist. Erbhöfe sichern. War 100 % ein Vermesser. Das ist deren Hauptbeschäftigung. Gegen TeleAtlas und Navteq haben die wegen Nichtstun schon verloren. Open Street Map haben die ganz verpennt (Außer die Bayern). Jetzt Portale machen die keiner braucht. Warum setzt man in der Kriese da nicht mal an? Abwrackprämie für unnütze Geoportale. Der Scheiss kostet auch noch Strom. Und wie man das beim BKG sieht, bringt auch kein Geld. Licht aus, zu machen, ordentlich und ehrlich Geld verdienen.

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