Mal wieder Kontakt zu meinem Lieblingsaufreger, dem ÖPNV in Gestalt des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Heutiges Kapitel: Wie ich ein Abonnement kündige. Schwierige Angelegenheit. Das macht man natürlich schriftlich, aber nicht einfach so, sondern wie sich das gehört, mit einem Formular. Das kann man sich aus dem Internet herunterladen und ausfüllen. So weit noch ganz einfach, aber dann: Wohin mit dem Formular?
Adresse oder Faxnummer ist nicht angegeben, man soll es zu seinem Verkehrsunternehmen schicken oder im Kundencenter abgeben. Das heißt allerdings nicht, in irgendeinem Kundencenter des VRR sondern im Kundencenter des Verkehrsunternehmens, bei dem das Ticket gekauft wurde. Das von “Stadtbus Dormagen” betriebene Kundencenter des VRR ist nicht in der Lage eine Kündigung für ein Abo-Ticket des VRR entgegenzunehmen, dass bei der Deutschen Bahn gekauft wurde, wie ich lernen musste. Der Verkehrsverbund existiert mehr so virtuell als Dachmarke und Tarifgebiet. Zur Servicegemeinschaft reicht es noch nicht.
Über so etwas kann ich mich wirklich aufregen. Ich zeig der Dame im Kundencenter mein Ticket: Da steht VRR drauf, ich zeig auf das Schild, hinter dem sie sitzt, da steht auch VRR drauf. Wo denn das Problem sei. Antwort: Ich habe das Ticket ja nicht bei ihrem Verkehrsunternehmen gekauft. Ich werde pampig: Sei das jetzt ein VRR-Kundencenter, ja oder nein? Schon, ja, aber ich müsste das Ticket da kündigen, wo ich es gekauft habe. Verdammt nochmal: Warum kann Sie das dann nicht an die zuständige Stelle weiterleiten, so als Kundencenter?
Kann Sie aber nicht.
Die DB-Agentur am Bahnhof Dormagen ist gleichfalls überfordert. Abokündigungen schicken sie eigentlich direkt an die Stadtbus, einfacher wärs, ich bringe es direkt dorthin. Ich erkäre mit zusammen gebissenen Zähnen den Sachverhalt. Hmja, soso, aber sie könnten die Kündigungen dann auch nur ans Abocenter der Bahn weiterfaxen. Das empfinde ich als entscheidenden Durchbruch.
Warum die Stadtbus das nicht konnte? Die haben die Faxnummer nicht und wenn ich überlege, wo ich noch überall Dinge kündigen muss, könnte ich jetzt schon loskotzen.
Fremder Senf