Navigon und Garmin vor Neujustierung
8. Mai 2009 | Von ttm | Rubrik: Satelliten weisen den WegGerade verkündet Navigon in Deutschland eine Partnerschaft mit T-Mobile um endlich eine GPS-Navigation aufs iPhone (und jedes andere Smartphone) zu schaufeln, da gehen in den USA die Lichter aus beziehungsweise werden stark abgedimmt. Finanzkrise und Preiskampf mit immer günstigeren Personal Navigation Devices (PND) waren wohl zuviel für den einstigen Pionier des Navi-Marktes. Dabei hatte es der deutsche Anbieter Navigon bis auf Platz drei im US-Navimarkt gebracht, was bislang kaum einem deutschen Elektronikhersteller in seiner jeweiligen Sparte gelungen ist. Aber was nützen wachsende Marktanteile in einem absolut schrumpfenden Mark? Das merkt momentan auch Marktführer Garmin. Nur ist hier nicht die USA (minus fünf Prozent) das Problem, sondern Europa: 32 Prozent Rückgang bei den verkauften Geräten im Vergleich der ersten Jahresquartale 2008 und 2009 sprechen eine deutliche Sprache.
Bemerkbar macht sich hier die einschneidende Marktveränderung, weg von den Navis mit ihrer Solofunktion der Wegefindung, hin zu multifunktionalen Smartphones mit GPS. Das hat sich schon vor rund einem Jahr abgezeichnet, wurde im Herbst 2008 virulent, aber jetzt ist es in den Verkausfzahlen für jedermann sichtbar geworden. Momentan versucht Garmin es mit Sparrunden und hofft auf steigende Umsätze im Fittnesssektor, denn bei Geräten für Läufer, Schwimmer, Radfahrer und künftig auch Golfer läuft es ganz gut.
Eigentlich hat das Unternehmen seine Antwort auf die Marktentwicklung ja frühzeitig gegeben: Nüviphone. Leider ist das aber immer noch nicht mehr, als eine Ankündigung und langsam läuft die Zeit davon. Da ist Navigons Schwenk auf die Smartphones von T-Mobile handfester.
In gewisser Weise schließt sich damit der Kreis: Die ersten Navigon-Produkte waren noch fürs PDA, bevor das Navi als eigenständige Produktkategorie entstand. jetzt verschwindet es wieder und aus dem Navi-Hersteller wird vielleicht wieder ein Softwareproduzent für Routenplaner, diesmal auf den Smartphones.
Wirklich lustig wirkt da im nachhinein Nokias Entscheidung von Ende 2006, ein Navi ganz ohne Handyfunktion auf den Markt zu bingen..