Ich verfolge die Geocaching-Community ja nur noch am Rande. Das hat (auch) zeitliche Gründe, aber vor allen Dingen etwas mit – jetzt muss ich vorsichtig sein – den Cachern zu tun, oder sagen wir mal, mit den (also nicht allen, aber vielen) Geocachern, die ich bislang auf Geocaching-Events getroffen habe. Vielleicht könnte man in Anlehnung an Heiner Müller auch sagen: Zehn Geocacher sind dümmer als einer.
Das war schon bei meinem ersten Event-Cache vor fast fünf Jahren so. Ich dachte man trifft sich am Grill, plaudert ein bisschen übers gemeinsame Hobby, tauscht Erfahrungen und Tipps aus und macht es sich irgendwie gemütlich. Aber nix da: Alle rannten wie aufgescheuchte Hühner rum, nur um ja keine Log-Möglichkeit der eigens zum Event ausgelegten Caches zu verpassen. Also saß ich so ziemlich alleine am Treffpunkt und dachte, um was geht’s eigentlich: Sich treffen oder Log-Punkte jagen?
Seitdem habe ich Event-Caches gemieden, bis auf den ein oder anderen Stammtisch ab und an, bei dem klar war, da wird keine Dose gesucht. Endgültig den Rest gab mir – nach langer Pause – der jüngste Mega-Event in Bremen mit rund 2000 Geocachern. Ich konnte es nicht fassen, all diese selbstgebastelten T-Shirts, Abzeichen, Wichtig-Namensschilder (VIP !!) und Wimpel. Es gab sogar eine Art Konferenz-Empfang mit Ausgabe der Tagungsunterlagen oder so ähnlich. Und mein Gefühl sagt mir: Das meinten die nicht ironisch, wie Geocacher überhaupt im Rudel ziemlich humorlos sind. Endgültig unerträglich machte es allerdings diese spürbare Sucht der versammelten Gemeinde nach offizieller Anerkennung. Wozu eigentlich?