Der geologische Dienst in Nordrhein-Westfalen bastelt gerade an einem neuen Onlineportal mit einem “Fachinformationssystem Gefährdungspotenziale des Untergrundes in Nordrhein-Westfalen”.Das Ziel: Informationen über die Verbreitung geologisch oder bergbaulich bedingter Untergrundgefährdungen zur Verfügung zu stellen, die bei der Planung eines Bauvorhabens zu berücksichtigen sind. Diese Infos gibt es zwar jetzt auch schon, aber eben nicht online.
Bereits im Netz zu finden ist dagegen von der gleichen Behörde ein Portal über die Lage von Bohrungen und Aufschlüssen in Nordrhein-Westfalen. Allerdings auch nur über die Lage. Angaben zu den erbohrten Schichten und Horizonten gibt es nur auf Antrag unter Angabe der Bohrungsnummer und dies Informationen sind kostenpflichtig. Und das mit einem wirklich orginellen Preismodell: Zehn Euro Grundgebühr plus 1,16 Euro (da hat wohl jemand die Mehrwertsteuererhöung auf 19 Prozent übersehen) für den Stammdatensatz mit Objekt, Lage, Zweck, Bohrungs- und Erfassungsdatum, Endteufe, Schichten-Anzahl, Stratigrafie der Endteufe, Aufschlussart und -zeit, Grundwasserstand, Auftraggeber, Bohrunternehmer, usw. Und dann noch mal 23 Cent je Information je Schicht. Das heißt: Teufe, Lithologie, Stratigrafie = 0,23 Euro plus Ausbaudatensatz zur Bohrtechnik = 0,23 Euro plus fachliche Interpretation je Schicht (hydrogeologisch, ingenieurgeologisch) = 0,23 Euro.
Sollten die Bohrungen unter Eigentumsvorbehalt stehen, also privater Natur sein, gibt es gar keine Infos. Aber immerhin informiert das Bohrportal, ob dieser Eigentumsvorbehalt besteht. Und vielleicht lässt sich ja tatsächlich das ein oder andere Bohrvorhaben damit einsparen.
Fremder Senf