Mitfahrzentralen 2.0

9. September 2009 | Von ttm | Rubrik: Geogeschäfte

Da hatten offenbar gleich zwei Anbieter die gleiche Idee: Mitfahrzentrale aufs Handy legen und mittels GPS Mitfahr-Anbieter und Mitfahr-Interessent lokalisieren und bei entsprechender räumlicher Nähe zur gemeinsamen Fahrt zusammen führen. Der erste Anbieter “flinc” firmiert seit 1. September als Start-Up und hat auf der jüngsten Funkausstellung in Berlin einen Prototypen seiner Idee vorgestellt. Das dazu gehörige Video Marke studentischer Eigendreh  – das ist positiv gemeint – zeigt, wie einfach man sich die Praxis vorstellt: Routenwunsch ins Handy geben und schon wird dieser nebst Standort an Autofahrer in der Nähe übermittelt, praktischerweise auf deren Navi. Da wird auch gleich der Standort des potenziellen Mitfahrers deutlich. So wird jeder Auto- zum Taxifahrer und für kurze innerstädtische Distanzen könnte das bei ausreichender Teilnehmerzahl ein richtiger Knüller sein, um sich ad-hoc Mitfahrgelegenheiten zu organisieren.

Etwas weiter gefasst und professioneller zeigt sich Caribo, das sich als weltweit erster Anbieter dieser Art bezeichnet und bei dem man sich bereits registrieren kann. Der etwas ausgefeiltere Auftritt darf nicht verwundern, dahinter steckt kein Hochschulableger, sondern das Unternehmem Scientific Computers aus Aachen, die es schon seit rund 40 Jahren gibt. Ein an Otto-Normalverbraucher gerichtetes Produkt wie Caribo ist aber auch für diesen Anbieter Neuland.

Caribo findet übrigens nicht nur Mitfahrgelegenheiten privater Natur, sondern führt auch Bahnfahrer zum Gruppenticket zusammen (mit Fotos zum Erkennen auf dem Bahnsteig!) und erlaubt zudem Taxiunternehmern, sich einzuklinken und “Mitfahrgelegenheiten” anzubieten. Das hat für den Nutzer immerhin den Vorteil mit nur einer Anwendung überall die jeweils örtlichen Taxiunternehmen direkt zu nutzen, ohne sich die jeweilige Telefonnummer raussuchen zu müssen. Prinzipiell funktionieren beide Mitfahrzentralen übrigens auch ohne GPS im Handy. Dann mus man seinen Standort eben eintippseln.

Und natürlich integrieren beide Anbieter, was das Web 2.0 standardmäßig hergibt: Mitfahrer und Anbieter können bewertet werden und abgerechnet werden die Leistungen natürlich auch per Web, zum Teil mit genauen Tarifvorschriften. Benzingeld nach Gefühl, Sympathie oder konkreter Tankquittung war gestern.

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