Das ganze Elend
16. September 2009 | Von ttm | Rubrik: Doofe JournailleMan kann ja über Sinn und Unsinn dieses “Internet-Manifest” denken, was man will, aber der Kommentar der neuen Zürcher Zeitung zu den 17 Thesen von Knüwer & Co illustriert einmal mehr das gesamte aktuelle Elend der professionellen Journaille in Zeiten des Internets.
“Das Internet sei der Sieg der Information (These 5), jetzt könne jeder sein eigener Nachrichtenfilter sein. Dass diese Filterfunktion eine zentrale Aufgabe des Journalismus ist, dass Leser dafür bezahlen, dass ihnen jemand den Blick aufs Wesentlich frei räumt, geht gleich wieder vergessen.”
Exakt da liegt der Hund begraben. Wenn das Selbstverständnis der Journaille sich darin erschöpft, der allwissende Herrscher über die Nachrichtenflut sein zu wollen, der allein in der Lage ist, das Wesentliche für den unwissenden Leser auszuwählen, dann braucht diesen Journalismus niemand mehr. Wer seine Rezipienten derart verachtet, hat nichts anderes verdient, als vom Markt zu verschwinden.
Diese Meinung hätte ich übrigens auch gerne direkt bei der NZZ hinterlassen, aber unter dem Beitrag findet sich ein weiterer Beleg für das Grundverständnis der Verlagsmanager gegenüber dem Internet als neuem Medium:
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