Fundgrube NOAA
8. Oktober 2009 | Von ttm | Rubrik: Satelliten weisen den WegDer „Satellite and Information Service“ der „National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)“ – die Meeres- und Wetter-Bundesbehörde der USA – ist eine riesige Fundgrube von Bildern, Daten und multimedial aufbereiteten Geoinformation über den ganzen Globus, wenn auch erwartungsgemäß mit deutlichem Schwerpunkt Nordamerika. Das Angebot ist so unüberschaubar, dass man innerhalb der Webseite stundenlang surfen kann (oder muss), um die eine oder andere Perle zu entdecken bzw. das Gewünschte zu finden. Da ist man bei dem sehr viel dünneren Daten- und Medienangebot etwa des Deutschen Wetterdienstes natürlich schneller am Ziel.
Ein Vergleich der angebotenen Klimadaten hierzulande mit der Arbeit der NOAA offenbart allerdings auch die Unterschiede im behördlichen Selbstverständnis. Während der DVD mittels einiger Auswahl-Buttons einfach statische Karten im Internet in Form von .jpg-Dateien anbietet, leistet sich die NOAA eine Art Suchmaschine für Klimakarten (“CliMaps“) und bietet diese vielfach auch noch kostenlos für Otto-Normalnutzer als PDF-Datei. Wer mehr will und kann, darf sich die Karten auch als Shape-File fürs eigene GIS herunterladen – auch das ist zumeist ohne Gebühren möglich.
Zum weiteren anfüttern nur mal so einiger meiner Fundstücke aus dem umfangreichen NOAA-Angebot, etwa eine Animation der Entwicklung des arktischen Eises. Daraus stammt auch das untere Bild. Die gibt es nicht nur als Webvideo sondern auch in hoher Auflösung als MP4-Download. Und von der Startseite des NOAA Environmental Visualization Laboratory öffnet sich eine ganze Bibliothek solcher Animationen zu allen möglichen Geo-Themen, etwa auch zur globalen Temperaturentwicklung.

Scheinbar unendlich auch die Zahl der verfügbaren Bildern. Im National Geophysical Data Center der NOAA gibt es zum Beispiel diese Weltkarte (JPG mit 7 MB) mit allen seit 1650 vor Christus bekannten Orten, die jemals von einem Tsunami btroffen waren. Wer es höher aufgelöst braucht, über entsprechende Netzverbindungen verfügt oder einfach Geduld hat, kann sich die gleiche Karte auch als PDF mit 300 MB herunterladen. Überhaupt gibt es eine Menge Globen und Weltkarten in allen möglichen Formaten, Aufbereitungen und mit zahlreichen thematischen Schwerpunkten. Und weil es sich bei dem Anbieter um eine US-Behörde handelt, ist das alles vom US-Steuerzahler finanziert und damit nach dortigen Verständnis Public Domain und somit frei verwendbar.
Und auch nur mal so als Vergleich: Das Geoforschungszentrum Postdam bietet eine interaktive Tsunami-Präsentation zu Ursachen, Folgen und Frühwarnmöglichkeiten, bei der sich die Interaktivität darauf beschränkt, das Nutzer per Mausklick durch einige Folien klickt. Wie anders und umfangreicher dagegen das didaktische Angebot der NOAA zum Thema Tsunami, vielleicht auch nicht interaktiv, aber mit Flash-Animationen und zahlreichen herunterladbaren Animationen ist das Thema allemal besser aufbereitet. Mein Favorit: Ein Film, der die globale Ausbreitung der Flutwelle von Dezember 2004 she schön deutlich macht (MPG mit 12 MB).