Viele, viele Fundstücke
23. Oktober 2009 | Von ttm | Rubrik: Am WegesrandNach ein paar Tagen beruflicher Netz-Recherche zu allen möglichen Themen, haben sich wieder allerlei Fundstücke im Rucksack niedergelassen. Als Mitgift zum Wochenende zum surfen, angucken, spielen, lesen und aufregen:
Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation bietet aktuelle Fernerkundungsdaten zu allen Katatsrophen dieser Welt. Die kann man sich nach vorheriger Registrierung auch in DIN A1 Auflösung zur Postererstellung herunterladen.
Apropos Poster: Nicht nur die kann man sich bei Map-Box mit Karten- und Luftbildern verzieren. Im Prinzip passen Karten ja auf alles drauf: T-Shirts, Tassen, Mousepads ber auch Schränke, Bettwäsche oder Tapeten. Hier geht theoretisch alles, wenngleich das Kartenangebot selbst noch arg durchwachsen ist. Köln gibts ganz genau (da sitzt der laden), Bremen nicht.
Immer guten Lesestoff gibts bei Telepolis, zum Beispiel diesen Beitrag über die Sinus-Milieus und ihre nachlassende Erklärungskraft.
Ich weiß, der Tag der Deutschen Einheit liegt gerade hinter uns, aber dieses Kartenmashup zeigt in wunderbarere Weise nicht nur den Verlauf der Berliner Mauer auf aktuellen Luftbildern, sondern markiert auch, was von den Grenzanlagen noch übrig ist. Allerdings mal wieder die Westsicht. Wer den Verlauf der Grenze durch Berlin aus östlicher Sicht haben will, muss auf ein schön gemachtes Analog-Kärtchen zurück greifen, dass es bei der Edition Gauglitz gibt:
Die Mauer / The Wall
Ehemaliger Mauerverlauf in ganz Berlin / Retracing the entire route of the Berlin Wall
Karte (2 Pläne), Abbildungen, Zeittafel
Deutsch/Englisch
Mehrfache Auflagen (1. Auflage 1999)
EUR 1,95
ISBN 978-3-933502-04-9
Ein kleines Geografie-Dart mittels Flash bei sueddeutsche online: Wo liegt die Stadt? Meine niedrigste Gesamtabweichung bislang 557 Kilometer. Aber keine Sorge: Ich hab auch schon Bologna in Spanien vermutet.
Und dann frage ich mich ja manchmal, warum ich nicht Jurist geworden bin. Das finde ich immer spannender. Hier mal zwei neue Urteile zu geografischen Daten. Luftbilder allein verletzen noch keine Persönlichkeitsrechte und ein Streitwert von 10.000 Euro für einen unberechtigten Stadtplangebrauch im Internet wird als korrekt bewertet. Letzteres ist in Zeiten von OpenStreetMap allerdings auch ziemlich dämlich…
Und dann gibt es noch einen neuen Beruf: An die Stelle des Kartographen tritt im kommenden Jahr der Geomatiker. Ob die Berufsbezeichnung so glücklich gewählt ist, weiß ich allerdings nicht. Wer von sich sagt, er sei oder werde Geomatiker, muss m.E. damit rechnen, nach der ärztlichen Prognose gefragt zu werden.