Mein jüngstes Spielzeug heißt HTC Tattoo und ist ein Smartphone. Böswillig könnte man auch vom „iPhone für Arme“ sprechen, weil es simlockfrei und ganz legal für rund 300 Euro zu haben ist – kein Vergleich zu den 900 Euro, die man für ein ähnlich konfiguriertes Apfeltelefon offiziell ausgeben müsste. Aber weil das Ganze ein Android-Handy (Version 1.6) ist, also mit Googles Open Source Betriebssystem ausgestattet wurde, bedeutet das ähnlich wie beim iPhone ein paar Tausend Apps für alle Lebenslagen. Und in der Gesamtausstattung toppt das Gerät das iPhone (zum Beispiel in der Funktion als WLAN-Modem fürs Notebook….).
Sogar Googles mobile Beta-Version von Google Maps Navigation funktioniert, obwohl der entsprechende Blogeintrag bei Google (noch) tapfer verkündet, diese Funktion stehe nur für die USA zur Verfügung. Aber die Fotos beweisen das Gegenteil. Eine etwas herrische Frauenstimme lotst einen auf deutsch durch die Gegend. Was fehlt ist hierzulande naturgemäß die StreetView-Ansicht und orginellerweise habe ich Google Maps jetzt zweimal auf dem Gerät, einmal mit, einmal ohne Navigation. Das könnte daran liegen, dass die Software nicht über den offiziellen Android-Market heruntergeladen wurde, weil sie darin eben hierzulande nicht zur Verfügung steht. Eine App namens Nav Launcher brachte mich auf die Spur.
Die Apps auf dem HTC: Google Maps gleich zweimal, auch wenn einmal nur Maps dran steht, nach der Routensuche gibts dann erstmal eine Wegbeschreibung als Liste. Danach steht zur Auswahl der Blick auf die Karte oder eine “Navigieren”-Sicht, was eine sehr strenge Dame mit Richtungsanweisungen aktiviert.
Die Navigationsicht beim Start auf der Karte (links) oder als gewöhnliche Übersichtsdarstellung, wie man sie auch aus dem Internet kennt, wahlweise mit Luftbild (wie im Bild) oder auch als Karte.
Gleich zwei nette Features: Zum eine sorgt das HTC für die automatische Bilddrehung, wenn man das Gerät dreht und Google Maps liefert bei der Navigation eine perspektivische Sicht, ebenfalls wahlweise mit Karte oder Luftbild. Nur Streetview fehlt hierzulande. Noch.
Den Status des GPS kann man natürlich auch in Augenschein nehmen und dann noch die OSM-Darstellung – mit Positionsmännchen für den eigenen Standort.
Hatte ich erwähnt, dass das Gerät mit GPS ausgestattet ist? Muss ja, sonst wäre die ganze Navi-Geschichte schließlich etwas sinnlos. Und wenn die Google Maps mal nicht mehr reichen: Dank einer OpenStreetMap-App muss man nicht mal dafür den regulären WebBrowser in Anspruch nehmen, den das HTC natürlich auch hat (das Ding beherrscht sogar Flash). Aber damit bin zugleich ich beim einzigen Manko des Geräts: Es gibt auch eine Navigation auf der Basis von OSM, allerdings (noch) nicht für das HTC Tattoo. Die Bildschirmauflösung ist niedriger als bei allen anderen Android-Smartphones und die Apps müssen ausdrücklich von ihren Entwicklern dafür konfiguriert werden. Das dauert offenbar und wird vermutlich nicht bei jeder App funktionieren.
Ich warte aber ohnehin noch, bis mein Datentarif bezahlbar geworden ist, um das mobile Web außerhalb des heimischen WLAN zu nutzen. Bis dahin erfreue ich mich an der nahtlosen Synchronisation mit meinem ebenfalls frisch erstandenen iMac (jawollja, das 27-Zoll-Teil !!), denn dank „Missink Sync for Android“ (auch noch Beta, aber läuft rund) ist der direkte Draht zum Adressbuch ebenso möglich wie zu iTunes. Da lassen sich sogar die Playlists auswählen.
Mit der entsprechenden Speicherkarte, könnte ich das Teil noch auf 16 Gigabyte Speicher pimpen oder wie weit gibts MicroSD?
Siehe auch den Beitrag: “Nur noch Speziallösungen”
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