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    Als ich noch im Lokalen war…    

    9

    Februar
    2010
    9 Februar, 2010 von in Selbstgespräche Antworten

    Normalerweise lasse ich diese als Fernsehzeitung getarnte eingeschweißte Werbeflut, die einem der Briefträger jeden Sonnabend aufnötigt, unbesehen in den Müll wandern, aber irgendwie erhaschte ich dabei einen Blick auf die Penny-Werbung. Diascanner für 69,99. Das finanzielle Risiko erschien überschaubar und schon seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, meine Dia-Sammlung irgendwie ins digitale Zeitalter zu überführen. Andererseits: Mehrere Tausend Dias digitalisieren sich auch nicht von selbst. Wann soll ich das denn noch machen? Gut, so peux a peux vielleicht. Ach: Negative scannen und zu Bildern machen will das Teilchen auch noch können? Also gekauft, wenn auch in der Erwartung eher durchwachsener Ergebnisse.

    Ich bin aber nach ersten Tests völlig zufrieden. Ich will ja keine hochaufgelösten Wandplakate aus meinen Dias machen, sondern sie lediglich in die digitale Sammlung integrieren. Geradezu begeistert bin ich allerdings vom Negative sacnnen. Und was ich da noch für fast vergessene Schätzchen in den Mappen habe ! Vor allem aus meiner Zeit als freier Lokalschreiberling und Klatschreporter für die “Szene-Beilage”, mit der schon Anfang der 90er Jahre darbende Kleinstadtblättchen auf das schwierige jugendliche Lesepublikum abzielten.

    Darum gleich mal diese wiederentdeckte Highlight: Jürgen Drews – schätzungsweise 1993

    Glänzende gestreifte Anzüge und Löhwenmähne waren offenbar gerade der letzte Schrei. An die Damen rechts und links kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, nur dass sie sich auf jedes Foto drängelten, ebenso wie der junge Mann ganz rechts, dem man – lebte er in Köln – sicher irgendwann ein Denkmal als stadtbekanntes Orginal setzen würde. In die Zeitung hat es das Foto seinerzeit aber nicht geschafft. Ebenso wenig wie diese Ablichtung von Gerhard Schröder:

    Das muss so um 1986/87/88 gewesen sein, da war Schröder noch weit vom Kanzleramt entfernt und mimte in Hannover den Oppositionsführer gegen Ministerpräsident Ernst Albrecht – den Vater von Ursala von der Leyen. In dieser Rolle war er Gast auf einem Unterbezirksparteitag (oder Bezirk, ich weiß nicht mehr) in Delmenhorst, wo dieses Foto entstand. Vielleicht weiß jemand, wer der junge Mann rechts ist? Ich erinnere mich lediglich an ein nettes, unkompliziertes Schröder-Interview mit seinerzeitigem Familienhund unterm Tisch.

    Wo wir schon bei norddeutschen Charakterköpfen sind: Das Foto von Otto Waalkes muss 1982 oder 83 enstanden  sein. Da war Otto noch lustig (okay, ich hatte vielleicht auch einen anderen Humor) und nahm an einem Prominentenkick für einen guten Zweck teil (oder so). Warum der Junge rechts hinter ihm so betreten guckt, ist wohl nicht mehr zu ermitteln. Auch dieses Bild hat es wegen offenkundiger technischer Mängel nie in die Zeitung geschafft und ich glaube, ich war auch gar nicht für die Zeitung da, sondern allenfalls für eine Schülerzeitung. Aber hey: Selbstgebastelte Presseausweise funktionierten seinerzeit noch hervorragend – nix mit Plastik, Schreibmaschine genügte.

    Und das sind wirkliche Schätzchen. Beachten sie bitte auf dem ersten Foto den durchtrainierten Herren im Ritterkostüm auf der rechten Seite. Es ist tatsächlich der gleiche, wie jener mit Hornbrille und Rentnerjacke auf dem zweiten Bild, der nunmehr seit zwei Jahrzehnten als Herbert Knebel bekannt ist. Was auch immer Herbert Knebels Affentheater 1990 oder 91 nach Delmehorst trieb: Es gab knapp gerde mal 20 zahlende Zuschauer in der “Villa“. Neben Herbert Knebel hatte Uwe Lyko da noch ein paar mehr Figuren im Gepäck als heute, wobei ich mich an die Ritter nicht mehr erinnnere, wohl aber an Lykos Nachfrage, wie das denn mit den wenigen Zuschauern zu verstehen sei, denn bereits damals füllte die Truppe zumindest im Ruhrpott schon die größeren Hallen. Obs eine Antwort gab, weiß ich auch nicht mehr, aber fürs fotografieren war die Situation natürlich extrem luxeriös. So dicht rückt man Knebel während der Vorstellung heute vermutlich nur noch schwer auf die Pelle.


    9 Kommentare über Als ich noch im Lokalen war…

    1. ttm sagt:

      Oh, Danke für den Hinweis.

    2. RKC sagt:

      Der Herr neben Gerhard Schröder ist Johann (“Joke”) Bruns.

    3. Bla sagt:

      Das Reichelt-Teil hat einen Video-Ausgang, keinen internen Speicher(?) und ist teurer. Das Schlecker-Ding ist zumindest online für €70,- erhältlich.

    4. ttm sagt:

      Sieht im Prinzip genau so aus. Ich hab nochmal recherchiert: Genau genommen ist das Penny-Teil von Jay-Tech (http://tinyurl.com/y9au62b), angeblich jetzt gerade bei Schlecker zu haben…

    5. Bla sagt:

      Ich kenn’ das Penny-Teil nicht, aber bei Reichelt gibt es gerade einen DNT DIGISCAN TV für € 89,-

    6. Matthias sagt:

      Das ist gut zu hören… mein Negativeinzugscanner braucht etwa 4 min pro Bild….

    7. ttm sagt:

      Scanzeit ist quasi Knopfdruck-Echtzeit – aber ohne etwas Photoshop im Nachgang gehts nicht.

    8. Matthias sagt:

      Der Herr rechts neben Herrn Drews ist dem Delmenhorster bekannt als “Manni Manana”, ein Star der lokalen Heute-nennen-wir-es-Karaoke-Szene…
      Otto gab mir an diesem Tag ein Autogramm, während des Spielens an der Seitenlinie. Irgendwo ist das auch noch…. those were the days.

      Wie ist denn die Scanzeit pro Bild?

    9. paul sagt:

      zum OTTO-Bild: “Warum der Junge rechts hinter ihm so betreten guckt, ist wohl nicht mehr zu ermitteln.”

      ??? Junge ???

      guckst du die Mundwinkel:
      Frau Merkels heimlicher Besuch im Westen …

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