Frank Rieger schreibt in der FAZ über den “Krieg in Zahlen“. Im Prinzip beschreibt er ausführlich, was ich in der letzten meiner neun Thesen zum Datenschutz jüngst nur grob skizziert habe: Die Folgen einer kritiklosen Gläubigkeit an die Daten und den daraus resultierenden Modellierungen der Welt. Er tut dies anlässlich der Wikileaks-Veröffentlichungen über den Afghanistan-Krieg am Beispiel von Kriegsstrategien und verweist auch auf den direkten Zusammenhang zwischen den analytsichen Methoden beim Militär und in der Industrie:
“Der Kern besteht (…) in dem Versuch, ein möglichst weitgehend quantifizierbares Bild der Wirklichkeit zu schaffen, um auf dieser Basis anhand von Modellrechnungen, Wahrscheinlichkeiten und Simulationen möglichst gute Strategien zu ermitteln.(…) Die digitale Landkarte des Konflikts wird zum alleinigen Handlungsraum; alles hängt davon ab, wie gut sie mit der Realität übereinstimmt. Die unvermeidbaren Scheuklappen sind oft genug tödlich: Die Landkarte ersetzt den Blick auf die Landschaft. (…) Der geradezu fetischhafte Glaube an Quantifizier- und Messbarkeit, Objektivierbarkeit, Modellierbarkeit und Optimierbarkeit ist historisch in enger Wechselwirkung zwischen Militär und Geschäftswelt entstanden.
Lesenswert ! (Auch die Anmerkungen von Rieger in seinem Blog dazu)
Fremder Senf