• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
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    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

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    Vor lauter StreetView die Netzneutralität übersehen    

    11

    August
    2010
    11 August, 2010 von in Politisches Antworten

    Eine simple Suche mit Google-News bringt es an den Tag. Unter dem Stichwort „StreetView“ finden sich mit Stand von heute 9:30 Uhr 2577 Artikel aus deutschsprachigen Online-Publikationen, unter dem Stichwort „Netzneutralität“ finden sich insgesamt 874 Beiträge. Mit Blick auf die Frage, ob die flächendeckende Ablichtung von Straßenzügen oder der Entschluss Googles die Netzneutralität (im mobilen Netz) aufzugeben, die Entwicklung des Internets langfristiger und nachhaltiger verändern dürfte, ist dieses Ergebnis (wieder mal) bezeichnend für den Zustand des Pressewesens insgesamt. Denn iman darf vermuten, dass eine ähnliche, rein quantitative Auswertung in der gedruckten Berichterstattung noch stärker zu Gunsten des Street View Themas ausfallen dürfte.

    Wenn es der Job der Presse und von Journalisten ist, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen, und dabei wenigstens versuchsweise den Leser und Rezipienten für relevante Themen zu gewinnen, die noch nicht auf dessen geistigen Radarschirm aufgetaucht sind, dann hat die deutschsprachige Presse ihre Aufgabe zumindest hinsichtlich der Bewertung von Googles Aktivitäten in diesen Tagen nicht erfüllt.

    Die Berichterstattung beschränkt sich auf die Oberfläche. StreetView ist so wunderbar simpel zu erklären und stellt sofort einen Bezug zu jedermann her. Wie, alle Straßen und Häuser? Auch meins? Das Theme der Netzneutralität ist dagegen irgendwie nerdig, zumindest nicht auf Anhieb ersichtlich, mit schwer herstellbarem Bezug zum gemeinen und eventuell nicht allzu netzaffinen Bürger. Und dann ändert sich ja auch erstmal nichts spürbares. Und zu sehen gibt es auch nichts, also schwer zu bebildern, diese Netzneutralität. Außerdem geht’s ja wohl erstmal um die USA…Ich kann mir die ein oder andere Diskussion in den Redaktionsstuben der Tageszeitungen gut ausmalen, sollte ein einzelner Redakteur/Journalist das Thema vorgeschlagen haben. (Aber vielleicht war ich auch schon lange nicht mehr in Redaktionsstuben der Publikumspresse und es wird dort gar nicht mehr diskutiert).

    Einen gemeinsamen, abwägenden Blick auf beide Themen habe ich ironischerweise nur bei Welt-Online gefunden. Ausgerechnet dort, wo ich die gedruckten Exemplare bei meinen wenigen Leseversuchen nur schwer erträglich finden, gerade wegen Auswahl und Gewichtung der Themen, aber das ist ein anderes Thema. Bei Süddeutsche Zeitung Online findet sich zumindest eine gut erklärende und vergleichsweise reich verlinkte Zusamenfassung des Themas Netzneutralität. Aber sonst?

    Die Ablichtung dessen, was ohnehin jeder sehen kann mehrheitlich für skandalöser zu halten, als die Bestrebungen zweier international Medienkonzerne, die Inhalte des (mobilen) Netzes insgesamt zu kontrollieren, ist jedenfalls ein Armutszeugnis für die hiesige Presselandschaft.

    Update: Es gibt eine “Initiative Pro Netzneutralität” aus dem Dunstkreis der SPD, bei der man eine Erklärung zu dem Thema unterzeichnen kann.


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