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    Galileo Sammlerstücke: Von Firmen und Flyern    

    14

    Oktober
    2011
    14 Oktober, 2011 von in Satelliten weisen den Weg Antworten

    Anlässlich des für kommenden Donnerstag angekündigten Starts der ersten beiden Galileo-Satelliten sei ein kleiner Rückblick auf das endlose Gewürge gestattet, das am Anfang des gesamten Projekts stand. Wir erinnern uns: Die Europäische Union hatte die nicht nur aus der Rückschau aberwitzig erscheinende Idee, einen privaten Betreiber für das Satellitennavigationssystem zu finden und hat dazu schier unendliche Gespräche und auch mächtig Druck auf die voraussichtlich am Aufbau beteiligten europäsichen Luft- und Raumfahrtunternehmen gemacht. Doch die hatten allesamt Schwierigkeiten sich ein Geschäftsmodell für Galileo vorzustellen, das angesichts des quasi kostenlosen GPS-Signals funktioneren könnte.

    Es hat lange gedauert, bis die EU-Institutionen eingesehen haben, das so etwas wie ein  Satellitennavigationssystem keine privat betreibbare Infrastruktur ist. Das machen ja nicht mal die USA so, wo ja im Zweifelsfall alles Privatsache ist. Konsequenz: Wollte die EU ein solches System haben, musste sie einfach mal entsprechende Aufträge verteilen. Hat sie schließlich gemacht und jetzt Donnerstag solls dann ja auch  logehen, mit  – je nach Lesart – drei bis fünf Jahren Verspätung. Mehr noch als der Streit der EU-Staaten um die jetzt staatliche Finanzierung des Vorhabens, hat der Versuch einen privaten Betreiber zu finden, das Projekt so verzögert.

    Zwischenzeitlich gab es ja sogar einen so genannten privaten Konzessionär: der European Navigation Concessionaire (ENC) mit dem die EU über den Betreibervertrag verhandelte. Der ENC war allerdings auch eine abenteuerlich anmutende Kooperation von acht europäsichen Unternehmen, die die EU im Laufe der Ausschreibung allesamt in diese Kooperation hineinmanövriert hatte. Da waren so illustre Namen dabei wie EADS, Alcatel und Thales. Ganz zum Schluss hat man festgestellt, dass noch ein rein deutsches Unternehmen in der Sammlung fehlt und hat schnell eines gegründet: Die TeleOp GmbH. Einziger ursprünglicher Unternehmenszweck laut Handelsregister:

    “Durchführung der erforderlichen Verhandlungen im Rahmen des Projektes Galileo mit dem Ziel einer darauf folgenden Beteiligung am Konzessionär für Errichtung und Betrieb des europäischen Satellitennavigationsprogramms Galileo (im Folgenden “Galileo”) und dem Ziel der Erlangung von Unteraufträgen des Konzessionärs an die Gesellschafter oder mit diesen verbundene Unternehmen i.S.d. § 15 AktG. (…) Der Gesellschaftszweck umfasst nicht Erbringung von eigenen Errichtungs- und Betriebsleistungen im Hinblick auf Galileo, die vom Konzessionär an Unterauftragnehmer vergeben werden oder sonstige Leistungsbeziehungen oder Verpflichtungen außerhalb der Beteiligung.”

    Nur dass es dazu nie kam. Lustigerweise existiert die TeleOP GmbH mit den Gesellschaftern T-Systems, Astrium, DLR sowie die Förderbank Bayern aber immer noch. Ab 2007 gabs auch einen neuen Geschäftszweck:

    “Vertriebs-, Beratungs- und Managementaufgaben sowie entgeltliche Durchführung von Verhandlungen im Rahmen des Europäischen GNSS Projektes Galileo mit dem Ziel der Erlangung von Aufträgen für die Gesellschafter oder mit diesen verbundene Unternehmen i.S.d. § 15 AktG.”

    Also offenbar so eine Art outgesourcte Vertriebsabteilung, wobei sämtliche Kontaktdaten des ohnehin eher rustikalen Webauftritts direkt auf die Gesellschafter verweisen. Man hat sich wohl bislang die Abwicklung erspart. Kleiner Tipp für Abmahner: Ich glaube, das Impressum ist formal nicht ausreichend, es fehlt die Handeelsregisternummer, die ich hier als kleinen  Service schon mal nachreiche: HRB 159186 am Amtsgericht München.

    Die ENC ist als wirtschaftlich operierende Einheit oder gar handelndes Unternehmen nach außen kaum jemals in Erscheinung getreten. Eine wiederholt angekündigte Webseite ging nie online und das einzige sichtbare Überbleibsel des ganzen Unterfangens dürfte der in den folgenden Bildern dokumentierte Vier-Seiten-Prospekt sein. Er ist erkennbar nicht sonderlich textlastig und wurde 2006  auf dem Satellite Navigation Summit in München, nunja, verteilt. Eigentlich war er eher Bückware und wurde nur auf ausführliche Nachfrage herausgerückt. Ich hatte schon damals darüber geschrieben und bereits seinerzeit herausgefunden, dass dieser … äh … Flyer nur existierte, weil man ja auf der Konferenz was vorzeigen wollte. Ich hab ihn mir bis heute aufgehoben, mit dem guten Gefühl, damit ein echtes Sammlerstück zu besitzen.

     


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