Dass das, was drauf steht, auch drin ist, ist ja längst nicht mehr sicher. In den vergangenen Jahren hat zum Beispiel eine Welle von Umstrukturiereungen der Vermessungsverwaltungen in fast allen Bundesländern dazu geführt, dass an die Stelle des guten alten Landesvermessungsamtes heute ein Sammelsurium an Behörden und Institutionenbezeichnungen getreten ist. Und bei der kreativen Benamsung sind bisweilen Bezeichnungen heraus gekommen, deren Alltagstauglichkeit sich ob ihrer Länge auch nicht so recht einzustellen vermag. Dazu kommen die unterschiedlichen politischen Zuständigkeiten in den Ländern.
Als Leserservice hier mal ein Überblick in alphabetischer Reihenfolge der Bundesländer, nicht der Ämter-Bezeichnungen:
- Baden Württemberg: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) – Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz
- Bayern: Landesamt für Vermessung und Geoinformation (LVG) – Staatsministerium der Finanzen
- Berlin: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung III: Geoinformation – Senatorin für Stadtentwicklung
- Brandenburg: Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation (LGB) – Ministerium des Innern
- Bremen: GeoInformation Bremen – Landesamt für Kataster Vermessung, Immobilienbewertung, Informationssysteme – Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa
- Hamburg: Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung – Senatorin für Standentwicklung und Umwelt
- Hessen: Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (LBGH) – Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung
- Mecklenburg-Vorpommern: Landesamt für innere Verwaltung, Abteilung 3: Amt für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen – Ministerium für Inneres und Sport
- Niedersachsen: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) – Ministerium für Inneres und Sport & Minsterium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
- Nordrhein-Westfalen: Bezirksregierung Köln, Abteilung 07, GEObasis NRW – Ministerium für Inneres und Kommunales
- Rheinland-Pfalz: Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation – Ministerium des Innern für Sport und Infratsruktur
- Saarland: Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen – Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr
- Sachsen: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung (GeoSN) – Staatsministerium des Inneren
- Sachsen-Anhalt: Landesamt für Vermessung und Geoinformation (LvermGeo) – Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr
- Schleswig-Holstein: Landesamt für Vermessung und Geoinformation – Innenministerium
- Thüringen: Landesamt für Vermessung und Geoinformation – Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr
Immerhin fünf mal existiert noch die quasi traditonelle Bezeichnung “Landesamt für Vermessung” die um Begriffe wie “Geoinformation” oder “Geobasisinformation” ergänzt wurde, sowie einige weitere Ergänzungen oder Abwandlungen von Vermessungsamt. Drei Bundesländer haben das eigenständige Landesamt aufgegeben und ihre Vermesser in andere Behörden eingegliedert. Den Vogel schießt insgesamt NRW ab. Vermessung im bevölkerungsreichsten Bundesland firmiert dort heute nicht nur als Unterabteilung einer Bezirksregierung sondern unter einer auch eher kryptsichen Bezeichnung. War wohl als Ausweis besonderer Fortschrittlichkeit gedacht. Drei mal sind Aufgaben rund um die Landentwicklung (sprich: Flurneuordnung) hinzugekommen und im Namen präsent, und ebenfalls dreimal sind es auch keine Ämter mehr sondern Landesbetriebe. Es gab aber schon mal mehr Landesbetriebe.
Was die politischen Zuständigkeiten angeht, finden sich bei 16 Ländern immerhin noch sieben Innenministerien, wo das Thema ja klassicherweise verortet ist Der Rest ist ein Flickenteppich, auch weil die Ressortzuschnitte in den Ländern so bunt sind. Hauptsächlich teilen sich Umwelt-, Verkehrs und Landwirtschaftsministerien (Landesentwicklung) in veränderbaren Gewichtsanteilen die Verantwortung. Einziger Ausreißer ist Bayern mit dem Finanzministerium, aber das war dort schon immer so. Interessant auch Niedersachsen, bei dem sich entsprechende Referate gleich in zwei Ministerien finden. Da sind die Prozesse der Verwaltungsreform wohl noch im Fluss, oder soll das ernsthaft so bleiben?
Unterm Strich, kann sich bei solchen Strukturen niemand wundern, wenn Abstimmungsprozesse (die politische Entscheidungen verlangen) regelmäßig viel Zeit beanspruchen. Es gibt ja nicht mal eine länderübergreifende gemeinsame Minister- oder Staatsekretärsrunde. Lediglich auf einer Fachebene treffen sich Vertreter der Ministerien im Lenkungsgremium der GDI. Nur verbindlich entscheiden können die dort auch nicht allzu viel.
Super beschrieben. TTM, Jo. So ist das. Und dann gibt es doch noch die AdV und das BKG und in fast jedem Bundesland eine Geo-Vereinigung und den DDGI und das InGeoForum und private aus ehemaligen Fördertöpfen aus NRW. Ach so und GDI-DE, also die aus Hannover. Grade die zu letzt genannten zapfen alle möglichen Töpfe aus Fördermitteln an um zeigen zu wollen wie wichtig Geodaten sind. Und wer macht das Geschäft: Google und BING. Besser man schickt selber einen Flieger hoch und produziert die Daten als mit all denen zu reden. Ach und es gibt doch noch einen IMAGI. Was hat der eigentlich in den letzten 10 Jahren geleistet? Und wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.