Ich schreib das hier nur, weil es auf Twitter nicht hinpasst. Für einen Blogeintrag ist es eigentlich zu dünn, es ist nur ein gutes Beispiel für den Textkoch-Alltag. Meinen Arbeitsalltag
Also, das ist die amtliche Textversion, die man zwecks Redaktion bekommt:
Besonders die Digrammdarstellung ist für den Deponiebetrieb wichtig. So können Vertikalschnitte durch den Deponiekörper, die Setzungsbewegungen dokumentieren, im zeitlichen Vergleich gezeigt werden. Hinweise darauf, wann zum Beispiel eine Setzung abgeschlossen ist und die Oberfläche versiegelt werden kann, sind auf einen Blick erkennbar.
Und das hab ich draus gemacht:
Besonders die Diagrammdarstellung ist für den Deponiebetrieb wichtig. Vertikalschnitte durch den Deponiekörper dokumentieren beispielsweise Setzungsbewegungen im zeitlichen Vergleich. Auf einen Blick sieht der Verantwortliche, wann eine Setzung abgeschlossen ist und die Oberfläche versiegelt werden kann.
Wie gesagt, nichts großes. Das ist ja auch kein besonders extremes Beispiel. Die amtliche Version ist nur unnötig verschachtelt. Und klar: Das geht vermutlich auch noch schöner. Aber der Redakteurskleinkram reicht häufig: Eingeschobene Nebensätze killen, Bandwurmsätze zerschlagen. Das entscheidende Verb suchen. Die Hauptsache in den Hauptsatz schieben, die Nebensache in den Nebensatz. Passiv-Konstruktionen zerstören.
Ich sag ja immer, schreiben ist keine Kunst, sondern Handwerk. Wenn es richtig gut wird, vielleicht Kunsthandwerk. Der Name Textkoch ist ja schließlich kein Zufall.
Fremder Senf